Dominanz ist „Herrchens“ Denkfehler

Geschrieben von Jürgen Schönstein:

Schon das Wort „Herrchen“ – auch wenn’s kein schöner und schon gar kein wissenschaftlicher Begriff ist – drückt aus, wie man sich das Verhältnis zwischen Hundehalter und Haustier generell vorstellt: als eine Beziehung, die durch Dominanz-Submission definiert ist. Wobei diese Dominanz permanent verteidigt werden muss, wenn man Leuten wie dem „Hundeflüsterer“ Cesar Millan, dem Star der Hundeerzieher, glauben darf. Der Haken ist nur – wenn man einer Studie der britischen Bristol University glauben darf – dass dies nicht stimmt und, bei konsequenter Anwendung sogar das Gegenteil bewirken kann….

Den vollständigen Text findet ihr hier:

Quelle: http://www.scienceblogs.de/geograffitico/2009/05/dominanz-ist-herrchens-denkfehler.php

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12 Kommentare zu “Dominanz ist „Herrchens“ Denkfehler

  1. „Leider wird darauf viel zu wenig hingewiesen, das Hunde eben doch keine Wölfe mehr sind.“

    Genau darauf geht Ceasar Millan in einer seiner neueren Folgen ein, da in den USA immer häufiger Wolf/Hund Hybriden unter falschen Versprechungen an ahnungslose Halter verkauft werden.
    Es ist richtig, dass auf dem winzigen Stück veränderter DNA unheimlich viel Information liegt, die den canis lupus familiaris von Wöfen unterscheidet, doch ist nicht zu vergessen, dass sie trotz allem Vorfahren und enge Verwandte bleiben.

    Die Frage ob Rangordnung oder nicht ist für mich generell indiskutabel. Ein Hund, der Nichts und Niemanden über sich hat wird erstens: unter Umständen schnell zu einer Gefahr für seine Umwelt, da (Höflichkeits)Regeln unerlässlich sind (beispiel: wann darf ich den Beutetrieb ausleben, Wie gehe ich mit meiner Erregung um…). Und zweitens ist so ein Hund gezwungen (zumindest aus seiner Sicht) für seine eigene Sicherheit (in manchen Fällen auch die des Hauses, des Rudels…) zu sorgen. Für einen dominanten Hund mag das auch halbwegs gehen, aber gerade die unsicheren Vertreter, die dann häufig dazu neigen agressives Abwehrverhalten zu zeigen, sind damit völlig überfordert und sicher nicht glücklich.

    Ansätze zum erreichen dieser Rangordnung gibt es aber sicher so viele wie es Hunde gibt. Einige in meinen Augen sinnvoller, Andere weniger. Der Eine versucht es mit positiver Verstärkung, der Andere muss auf Korrektursignale zurückgreifen. Solange das gewaltfrei zugeht (und im Falle von Herrn Millan kann man mit Sicherheit davon ausgehen)
    und das Ergebnis ein zufriedener, entspannter Hund ist sollte man nicht zu vorschnell Urteilen.

    [Ich empfehle: seht euch eine ganze Folge an. Sieht der Hund in seinem „Fehl“verhalten zufrieden aus? – nein. Wie sieht er aus wenn er nach erfolgreicher Korrektur den „Calm submissive state“ erreicht?]

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  2. Lieber Patrick, ich würde mir mal die Videos im Netz anschauen, ok, die ganz schlimmen sind auf wundersame Weise „verschwunden“.
    Kurz zum eigentlichen Thema: Ich habe ein gewachsenes Rudel, bestehend aus drei französischen Bulldoggen, Oma, Mutter, Tochter, und wenn die eines haben, dann ist das eine klare Rangordnung. Die wird auch von der Chefin (Mutter) ganz vehement eingefordert. Allerdings sind meine Hunde sehr instinktsicher, viele Verhaltensweisen sind wie im Bilderbuch, da wird den Welpen Futter vergewürgt, sie werden angeleitet, welche Pflanzen im Garten essbar sind- jetzt ernten wir um die Wette- und der Status im Rudel wird auch mal klar gemacht. Allerdings eher auf nette Art: wegnehmen von Spielzeug und „grosszügiges“ Überlassen desselben, Kontrolle der Sozialkontakte. Zudem darf nur die Chefin den Jungspund bestrafen, wenn die sich daneben benommen hat- jeder andere (Hund) bekommt riesen Ärger.
    Allerdings sieht dieser Ärger niemals so aus wie bei Millan. Meine Hunde treten sich nicht in die Nierengegend, da gibt es Maulringen bis eine aufgibt (oder ich mir das Recht nehme, für Ruhe zu sorgen). Meiner Erfahrung nach „checken“ sich Hunde maximal in Schultergegend, was auch vom Mensch akzeptiert wird und keine Schmerzen verursacht. Wenn ich in die Gesichter der Hunde im Video schaue, sehe ich Schmerz und knallharte Angst, das Tier fügt sich um nicht getötet zu werden. Woher soll es wissen, dass der Typ es nicht töten will und es erzogen werden soll?

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  3. Bevor ihr über „HundeBESITZERtrainer“ (und nichts anderes ist Cesar Millan) urteilt, solltet ihr euch vielleicht erstmal ein bild davon machen worüber ihr urteilt.
    der Vergleich zu gewalttätigen Ehemännern, liebe Bea, hinkt nicht nur, der lahmt. Ich habe Cesar noch nie einen Hund schlagen oder misshandeln gesehen. Auch angebrüllt hat er noch keinen. Vielmehr zeigt er den Besitzern welche Konsequenz es hat wenn sie die falsche Energie aussenden. Die “ Problemhunde“ sind nur der Spiegel der Menschen. Ich weiß zwar nicht was für Hunde ihr besitzt, aber macht euch mal die Mühe und notiert euch über eine Woche die Verhaltensweisen eurer Hunde und analysiert sie danach, wieviele Verhaltensweisen denen des Homo Sapiens und wieviele denen des Canis Lupus entsprechen. Ihr werdet erstaunt sein.
    Nicht der Hund muss lernen sich unserer „Sprache“ anzupassen, wir müssen lernen seine Sprache (verbal wie non-verbal) zu verstehen. So erreicht man Harmonie.

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    • Vielen Dank!Völlig richtig Patrick,…aber leider gibt es immer sogenannte selbsternannte Tierschützer, die andere Wege als die des Menschen kritisieren…weil vermenschlichen ist angeblich ja besser 😉 Darum warens in den 70er die Schäfer, 80er die Dobermänner, 90er die Rottweiler, jetzt Pitbulls…und wenn jemand die Angelegenheit in den Griff bekommt dann ist er der Böse 😉 Gratuliere ihr selbsternannten human-Tierschützer, ihr habt ja keine Ahnung wie sich ein Unbalanced Dog so macht im Alltag….und ihn zu rehabilitiernen schürt tatsächlich ein tolles Band zwischen mir und dem Hund!Aber manche menschen sind und bleiben zu festgefahren und dumm um zu verstehen, dann man manchemal einfacg den Mut haben muss neue Wege zu gehen…die der Mutter Natur!!!

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  4. @ Petra:Mit Liebe, Vertrauen und Kosequenz. Ohne Strafe, ohne Unterordnung. Ist unterordnen für einen Hund etwas schlimmes? Bei Hunden die eine gute Prägephase hatten und gut sozialisiert wurden ist das alles ok. Cesar arbeit fast nur mit labilen Hunden, die eine Führung brauchen. Am Anfang natürlich stärker. Ich denke die Gegner von ihm haben nicht wirklich mit „aggressiven“ Hunden gearbeitet und haben trotz 4 Hunden nicht die Erfahrung die er hat. Er resozialisiert Hunde, an die würde sich z.B. ein Martin Rütter nie ran trauen. Es gibt immer viele Wege, den richtigen für jeden Hund zu finden ist die Schwierigkeit.
    VG Thomas

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  5. Ich möchte Bea da voll und ganz zustimmen.

    Ich sehe in meiner Umwelt so viele Leute die meinen ihren Hund erziehen zu müssen in dem sie ihn unterordnen. Hunde müssen „funktionieren“ ;-(.

    Ist schließlich so wie in einem Wolfsrudel, da muss einer das „Alphatier“ sein und auf dieses muss man sofort hören *ironieaus*

    Meine Hunde sind Familienmitglieder und werden auch so behandelt. Mit Liebe, Vertrauen und Kosequenz. Ohne Strafe, ohne Unterordnung.

    Ich denke dies ist der Richtige Weg! Meine Hunde sind der Beweis.

    VG Petra mit 2 Hunden

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  6. Das wird eine knechtische Seele werden, bei der man mit Strenge etwas erreicht
    *Rousseau*

    Marlis mit einem Hund, der seine Jugend damit verbringen musste, geschlagen, gezerrt, weggesperrt und vor allendingen von einem allwissenden Menschen erzogen zu werden

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  7. Leider wird darauf viel zu wenig hingewiesen, das Hunde eben doch keine Wölfe mehr sind.

    Vielleicht aber sind diese „uralt Ansichten“ aber in Mode, weil irgendeinen den man „beherrschen“ kann, brauchen die Menschen wohl, leider.

    Da werden Hunde an Würgern erzogen und Stachelhalsbänder sind auf Videos zu sehen. Aber man schreibt, das man seine Hunde liebe und achte.

    Vermutlich lieben auch alle gewalttätigen Ehemänner ihre Frauen und achten sie? *fragendummichblicke*

    Danke für den Beitrag

    Grüße von Bea mit 4 Hunden

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    • Schonmal etwas von mit „Strenge lieben“ gehört???????? Bea??

      Möglicherweise könnte anderes auch als Bequemlichkeit ausgelegt werden oder gar Desinteresse(wenn es um Menschen geht).

      Es grüsst Patricia mit 3 Hunden

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  8. Pingback: Italian wehrt sich gegen den “Hündeflüsterer” Cesar Millan « Umtali’s Welt

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