Trainingsmethoden im Hundetraining – Wer die Wahl hat, hat die Qual?

Trainingsmethoden im Hundetraining – Wer die Wahl hat, hat die Qual?

Hundeflüsterer, Hundeprofis und Hundeverhaltenstherapeuten – wer kennt sie nicht?

Das Thema Hundeerziehung ist in den letzten Jahren sehr populär geworden. Ob im Fernsehen, in Zeitschriften oder sogar im Radio – das Thema Hundeerziehung bewegt die Menschen. Dies ist nicht verwunderlich, denn aufgrund der sich immer schneller entwickelnden Welt der Menschen wird es für Hunde immer schwerer, sich in dieser zurecht zu finden. Die Hundedichte in den Städten steigt stetig an und dass dadurch bedingt problematische Situationen im Alltag mit dem Hund zunehmen können, liegt auf der Hand. Daher ist es begrüßenswert, wenn Menschen sich dazu entschließen, ihren Hund durch ein gutes und fundiertes Training zu unterstützen!

Jedoch ist in Deutschland „Hundetrainer“ tatsächlich kein geschützter Beruf mit einheitlicher Ausbildung. Jeder der mag und sich für qualifiziert für diesen verantwortungsvollen Beruf hält, kann sich einen Gewerbeschein besorgen, darf sich Hundepsychologe, Hundetrainer, Hundeflüsterer oder Hundeverhaltenstherapeut nennen und tätig werden.

  • Woran kann der Hundehalter einen guten Trainer für sich und seinen Hunde erkennen
  • Wie soll der Hundehalter den Durchblick im Dschungel der Trainingsmethoden bewahren?
  • Für welche der beworbenen Trainingsmethoden soll man sich entscheiden?

Man stößt auf Beschreibungen wie sprachloses Hundetraining, Rudelkonzept, Trainieren mit Energieübertragung, Persönlichkeit statt Futterbelohnung , natürliche Hundeerziehung Clickertraining, Kynologie und viele mehr.

  • Worin unterscheiden sich all diese Trainingsmethoden?
  • Was sollte man bei der Auswahl einer Trainingsmethode beachten?

Wer wenig weiß, muss vieles glauben!

Daher möchte ich einen kleinen Ausflug in die Welt des Hundetrainings starten, um Ihnen ein paar Hintergründe aufzuzeigen, wie Training funktioniert. Ich werde versuchen, Fachbegriffe weitestgehend außen vor zu lassen. Ich möchte, dass Sie verstehen lernen und somit in der Lage sind, jede Trainingsmethode auf bestimmte Punkte hin zu prüfen. So wird es für Sie vielleicht einfacher, für sich und ihren Hund einen geeigneten Trainer zu finden.

Möchte ich Menschen im Training etwas beibringen, habe ich dabei das große Glück, dass sie mich verstehen. Ich benutze Worte aus meiner Sprache. Da die Menschen hier in Deutschland oftmals dieselbe Sprache sprechen wie ich, können sie meine Worte entschlüsseln und sind so in der Lage, mich zu verstehen und Dinge umzusetzen.

Nun haben wir vor uns unseren Hund der Deutsch nicht versteht und selber auch nicht in der Lage ist, in einer ähnlichen Sprache mit uns zu kommunizieren.

  • Welche Möglichkeiten haben wir, ihm unsere Wünsche mitzuteilen?
  • Wie können wir ihn dazu bringen, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen?

Ein Hund lebt mitten in seiner Umwelt. In dieser Umwelt verhält er sich – immer. Verhalten ist fließend. Das Verhalten des Hundes wird beispielsweise angeregt durch innere Bedürfnisse und Befindlichkeiten wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Schmerzen, der Wunsch nach Sicherheit, die Suche nach Fortpflanzungspartnern und durch äußere Geschehnisse wie zum Beispiel das Auftauchen eines Artgenossen oder eines Rehs, Menschen, Autos, Geräusche und die Wetterlage. Verhalten entsteht im Gehirn und Emotionen spielen dabei eine große Rolle!
Hunde verhalten sich mal schlafend, stehend, schnüffelnd, sitzend, an der Leine ziehend, bellend, knurrend, Pipi machend, jagend, fressend, liegend, spielend, räkelnd, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.

Dadurch dass Verhalten in der Umwelt geschieht, ist es mit Konsequenzen für den Hund verbunden. Diese Konsequenzen können aus der Umwelt kommen oder vom Hund selbst. Genaueres dazu werde ich noch erläutern.

Konsequenzen

Konsequenzen führen dazu, dass Verhalten bestehen bleibt und/oder häufiger gezeigt wird, da es sich lohnt, oder es weniger häufig auftritt, da es sich für das Lebewesen nicht lohnt.

Dieses wurde erstmals von Edward Thorndike 1898 – 1911 in seinem „Law of Effect“ beschrieben. Konsequenzen, die auf ein Verhalten folgen können, können in vier verschiedene Typen unterteilt werden. Achtung, Fachbegriff! Dieses sind die vier Konsequenzen der operanten Konditionierung, einer Form des individuellen Lernens, die im Training immer mit im Spiel ist.

Jede Art des Tiertrainings – vom Fisch, über den Vogel zum Hund – macht sich dieser Konsequenzen zu Nutze. Auch wir Menschen lernen über sie. Letztendlich müssen Sie sich diesen und folgende Begriffe nicht merken, aber es ist gut, sie zu verstehen und auch mal gehört zu haben. Vielleicht erinnern Sie auch an Momente aus Fernsehsendungen zum Thema Hundetraining, welche Sie mit Ihrem neuen Wissen den vier Konsequenzen der operanten Konditionierung zuordnen können.

Zwei der vier Konsequenzen sind Bestrafungstypen und dienen dazu, dass Verhalten schwächer wird und somit weniger vom Hund gezeigt wird. Bei den beiden anderen handelt es sich um Belohnungstypen, die Verhalten häufiger auftreten lassen.

Klickt auf die Links, um zu den jeweiligen Beiträgen zu gelangen!

Dieser Artikel ist ebenfalls bei den Easy Dogs erscheinen:

http://www.easy-dogs.net/home/blog/training/nicole_dumke/methoden_dumke.html

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Ein Kommentar zu “Trainingsmethoden im Hundetraining – Wer die Wahl hat, hat die Qual?

  1. Das ist mal wieder ein sehr guter Beitrag der vom Timing her nicht besser hätte erscheinen können. 😉
    Wenn man den Artikel gelesen und verstanden hat, kann man sich auch nicht mehr darauf berufen, dass manche Hunde „härtere“ Maßnahmen brauchen. Schön ist auch, wie du am Ende heraus stelltest, dass ein gutes Training nicht nur positiv mit Leckerchen von statten geht. Es werden durchaus auch verhaltenshemmende Maßnahmen eingesetzt – nur eben anders als man sie allgemein hin einsetzt werden. Ein fachlich kompetenter Trainer ist eben kein Wattebauschwerfer oder Softie und kann auch Härtefällen gemeinsam mit dem Halter wieder zu einem Verhalten verhelfen, welches für alle beteiligten angenehmer ist.

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