Tali’s Vlog April 2013: 2008 war einmal – Prüfungsvorbereitung die Nächste

Wir schreiben das Jahr 2008. Unser erstes Seminar mit Ute. Für mich, die ich Tali mit dabei hatte, eine Katastrophe. Ich war maßlos überfordert – Anweisungen von hier, Hinweise von dort, von hinten mein Papa, welcher ständig dazwischen quatschte – und ich mit dem tobenden, gestressten Tali mittendrin.

Dazu all die neuen Informationen. Ich sollte versuchen nicht mehr an der Leine zuppeln, Tali nicht mehr mit den Finger anpieksen und ihn auch nicht mehr mit einem lauten HIIIIIER oder HEY zurück zu lotsen. Tali war oft am Toben, nicht ansprechbar und ich sollte versuchen „leiser“ zu werden. Ehrlich, das war so zum K*****. Nicht die Sache an sich. Ich war fasziniert von den neuen Gedankengängen, den neuen Trainingsansätzen. Alles ergab plötzlich einen Sinn, war in sich schlüssig. Nicht ohne Grund stehe ich heute dort, wo ich stehe und wandere mit Kunden und ihren Hunden durch die Welt. Aber all die neuen Informationen, der tobende Tali an der Leine, den ich Mühe hatte zu halten… Diana Timmermann war häufig während des Seminars an unserer Seite. Das gab ein Stück weit mehr Sicherheit.

Alles hat mal ein Ende

Das Seminar war irgendwann vorbei. Schreck lass nach. Alles hat mal ein Ende. Mein Papa fertig mit den Nerven. Wir geben Tali ab, sagte er. Das geht so nicht. Einen RR-Rüden ins Haus zu holen war ein Fehler… Es war nicht wirklich so gemeint, aber der Druck war enorm hoch.

Wir besuchten nach dem Seminar bei Diana einen kleinen Gruppenkurs. Einführung in das Training mit Markersignalen. Jedes mal über 80 km quer durch Hamburg und zurück. So schlecht konnte das Seminar nicht gewesen sein… Ich „durfte“ Tali in dem Kurs führen. Mein Papa hatte es sich nicht zugetraut und er war noch nicht wirklich überzeugt, dass es ohne Leinenrucke, lauter werden und Schnauze zu halten klappen könnte.

Die Zeit verging. Wenn ich mit Tali unterwegs war habe ich versucht, mit ihm zu trainieren. Aber es ging nicht oft. Und es ist eben suboptimal, wenn die eigentlichen Bezugspersonen nicht dieselbe Sprache mit dem Hund sprechen und doch aversiv tätig werden. 2009 waren wir auf einem weiteren Seminar mit Ute in Harmsdorf. Tali war schon deutlich ansprechbarer und mein Papa hatte eine Idee davon, dass das Training auf Basis der positiven Verstärkung vielleicht doch funktionieren könnte.

Tali Diana

(Tali und Diana 2013)

Eine neue Zeitrechnung beginnt

2011 im frühen Sommer hatte mein Papa sich einen Ruck geben. Das erste Training mit Tali zusammen bei Gerd Schreiber. Warum nicht bei Diana? Man darf nicht vergessen, dass auch hier die Klassische Konditionierung wirkt. Das Seminar war noch in seinem Kopf. Mit Gerd war es unvorbelasteter und die beiden kannten sich von dem Seminar 2009. Drei Männer unter sich plus Kamerafrau 🙂 . Es war eine sehr wichtige Zeit für uns und Gerd hat Wundervolles geleistet.

Nach ein paar Stunden bei Gerd habe ich das Training der beiden übernommen. Innerhalb einer Familie ist manches anders, als wenn man Kunden betreut… Aber es ging voran und wir haben uns gut zusammengerauft 😀 . Wann immer es möglich war haben wir versucht, die Zeiten zum Training zu nutzen. Vieles haben sich die beiden jedoch zusammen erarbeitet.

Die letzten Wochen haben Tali und mein Papa noch mehr trainiert, da sie nach bestandener Sachkundeprüfung des IBH Hundeführerscheins nun auch in der Praxis antreten werden.

Das Wiedersehen

Heute waren wir alle vier das erste Mal nach dem Seminar 2009 zusammen. Tali, mein Papa, Diana und ich. Diana sollte mal einen Blick auf die beiden werfen. Supervision. Wichtig! Ich bin in einigen Bereichen mit Tali zu befangen – ähnlich wie mit Zara. Es tut gut, wenn dann eine neutrale Person drauf schaut. Dienstag waren wir mit Zara bei ihr. Es lief phantastisch – mein Ömchen… Mein Papa jedoch war danach ein bisschen demotiviert. Tali kann das nicht, die Anforderungen zu hoch. Wie sollen wir die Prüfung schaffen, das wird nie klappen. Die fremden Menschen…

Der Tag heutige war wichtiger als die kommende Hundeführerschein-Prüfung. Ich hatte nur die Kamera in der Hand und hab die Drei machen lassen (das auf der Linse im Video ist im Übrigen SCHNEE! Tsss…). Unbekanntes Gebiet mit recht hohem Wildbestand. Die beiden wurden mit vielen Situationen konfrontiert, die wir so nie geübt hatten… Diana hatte sich wieder fiese Geschichten ausgedacht 😀 . Mein Papa war recht angespannt, da Tali auf fremde Menschen bei Distanzunterschreitung aggressiv reagiert hatte. Zu fremden Menschen zählte alles, was nicht direkt Familie ist. Es war so schön zu sehen, was Tali trotzdessen umsetzen konnte und angeboten hat!

Es hat so wunderbar geklappt, wir haben viel zusammen gelacht und uns gefreut. Harmsdorf hat für meinen Papa den Schrecken von 2008 verloren! Ich bin durch die wunderbaren Ute-Seminare in Harmsdorf eh schon gegenkonditioniert. Was die beiden in der kurzen Zeig geleistet haben ist großartig. Vom Gegeneinander zum Miteinander. Der eine oder andere kann sich vielleicht vorstellen, was es für uns bedeutet.

Ob es am Tage der Prüfung eben so läuft steht in den Sternen, aber den heutigen Tag kann uns keiner nehmen. Ich danke allen von Herzen, die unseren Weg bisher begleitet haben! Im Speziellen Ute, Diana und Gerd!  Das Training geht weiter…! Ende April zum Arbeitsspaziergang mit mehreren Mensch-Hund-Teams und dann High Noon im Mai 😀  !

Wir waren über eine Stunde unterwegs – hier ein Mini-Ausschnitt:

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