Zukiraptor lernt Grenzen und andere Dinge

Ich darf gerade eine sehr bewusste Zeit erleben. Diesem kleinen Wesen ist noch so vieles in unserer Menschenweld fremd. So viele Dinge, die für Zara an der Tagesordnung waren, sind für Zuki eine Herausforderung. Mein Gehirn muss da tatsächlich ein Stück weit umschalten.

DSC_1292

DSC_1293

DSC_1294

DSC_1296

Anziehung und Angst – ein Wechselbad der Gefühle. Ich lasse Zuki draußen viel Zeit, ihre neue Welt zu erkunden – in ihrem eigenen Tempo. Dieses unterscheidet sich deutlich mit dem meinigen, was mir aber auch die Möglichkeit gibt, die Welt mit anderen Augen wahrnehmen zu dürfen. Es ist so schön zu beobachten, wie sie Situationen verarbeitet, wie sie sich zu freuen scheint, wenn sie Momente bewältigt hat und wie deutlich sicherer sie dann in ähnliche Situationen hineintapst.

Ein spannendes Thema für uns beiden ist gerade das Erlernen der Körpergrenzen eines Menschen. Zuki ist im Allgemeinen recht gehemmt, wenn es um menschliche Haut geht, aber was Kleidung angeht haben wir Anpassungsbedarf. Woher soll sie auch wissen, dass mein Pulli etwas anderes ist als ihre Plüsch-Spielzeuge. Spielzeuge in unterschiedlichen Beschaffenheiten liegen hier viele herum. Sie findet schnell eine Alternative, wenn Kleidung gerade nicht angesagt ist.

DSC_0028

Heute empfand ich sie jedoch schon deutlich weniger heftig als die Tage zuvor *freu*.

Sie wird viel gemarkert, wenn sie sich selbst zurücknimmt oder auch, wenn ich in meiner Bewegung einfriere und sie kurz inne hält. Die Belohnungen sind dann häufig wieder Zuwendung, Körperkontakt oder auch mal ein ruhigeres Spiel oder Futter. Zudem schenke ich ihr viel Aufmerksamkeit, wenn sie sich ihren Spielzeugen zuwendet.

Ein Aua kündigt an, dass ich mich kurz von ihr weg bewege oder lehne, wenn es mir zu dolle wird und sie weiter machen sollte. Zeigt sie auf das Aua eine schöne Reaktion, wird das honoriert. Ein hoch gesprochenes Aua hat sich als weniger gut erwiesen. Es lässt Zuki’s Erregung hochschnellen, wodurch sie stärker nachsetzt. Drum sage ich nun ein ganz normal gesprochenes Aua. Versuch macht klug.

DSC_0041aEine weitere wichtige Übung für die Maus, neben ihrem Namen und dem Ankersignal, ist derzeit – Sitzen bringt mich eher zum Ziel als Anspringen (um dann evtl. in der Kleidung zu hängen). Es ist schön zu sehen, wie häufig sie schon Sitzen in verschiedenen Situationen abruft, um auf sich aufmerksam zu machen.

Wenn ich das hier alles so aufschreibe, liest sich das so super viel für die kurze Zeit, die Zuki hier bei mir lebt. Ist es auch, aber irgendwie auch nicht. Alles läuft nebenbei, sie hat sehr viele Ruhephasen, viele Momente, in denen sie in ihrem eigenen Tempo unterwegs ist, aber dann, wenn mir was wichtig ist, werde ich aktiv. So auch, wenn sie zu mir in die Küche kommt, mir bei der Arbeit zuschaut und sich dazu auf die Decke legt.

Einen konkreten Trainingsplan habe ich nicht, nur Ideen darüber, was noch so anstehen sollte. Aber letztendlich zeigt sich im Alltag, wo Bedarf besteht, ihr Verhalten unserer Welt anzupassen. Ein weiteres Thema kristalisiert sich schon ein wenig aus – Bewegungseinschränkung tolerieren lernen. Sie ist halt ein ganz normaler junger Hund ❤ !

Mein kleines Engelchen, ich hab dich schon ganz schön dolle lieb…!

DSC_1303a

DSC_0036

DSC_0029

Advertisements

14 Kommentare zu “Zukiraptor lernt Grenzen und andere Dinge

  1. Liebe Nicole,
    das mit dem Ankersignal hab ich – meine ich verstanden. Das Takatakataka verwende ich seit vielen Jahren „rückenmarksgesteuert“ , ohne den Fachbegriff zu wissen, einfach, weil
    es so gut funktioniert.
    Aber was ist in diesem Zusammenhang das Umorientierungssignal?
    Wenn du das noch erklären magst?
    Entschuldige, dass ich so doof frage, aber unser RR ist 11 Jahre alt und
    seit unserer (Baby-)Erziehungsphase hat sich in der Hundeerziehung sooooo viel
    geändert.
    VG Susanne

    Gefällt mir

    • Huhu Susanne!

      Das ist doch keine doofe Frage!!! Definierte Begriffe machen es einfach einfacher in Diskussionen. Letztendlich ist es egal, ob man das Signal Ankersignal oder Anfeuerungsruf oder oder oder betitelt 🙂 . Das Schöne an dem Signal, weswegen die Hunde auch sehr sicher darauf reagieren, ist die Verknüpfung im Aufbau mit dem freiwilligen auf den Menschen zulaufen. Der Bewegung/ dem Verhalten des Hundes wird einfach ein Name gegeben plus motivierende Lautgebung. Freut mich zu lesen, dass es bei euch auch so schön klappt 🙂 !!!

      Das Umorientierungssignal soll die Aufmerksamkeit des Hundes von jegwelcher Ablenkung weg auf seinen Menschen richten. Es ist kein Rückrufsignal, sondern dient dem Aufmerksamkeitswechsel. Nach dem Umorientierungssignal kann kommen was will – Signal zum Sitzen, Platzen, Herankommen, Seitenwechsel und und und 🙂 . Der Name ist eine Möglichkeit, ich benutze aber gerne noch ein weiteres und/oder plus Pfeife, da der Name des Hundes im Alltag so häufig genannt wird.

      Liebe Grüße
      Nicole

      Gefällt mir

      • Liebe Nicole,
        vielen Dank für die ausführliche Erklärung!
        Wir hatten auch einfach Glück mit unserem Schatz, das seh ich jeden Tag wieder.
        Und Hund und passende Menschen haben sich gefunden. Das ist ein Geschenk.
        Wenn ich so lese, was alles schief gehen kann…

        Liebe Grüße von Susanne, die schon auf neue
        Zuki-Geschichten wartet.

        Gefällt mir

  2. OMG! gar nicht auszudenken, wie fantastisch ungebremst und ungestraft dieses kleine Wesen bei Dir aufwachsen darf und was aus ihm für eine selbstbewußte, selbstsichere, geliebte, tolle Hündin werden wird!! Kein Meideverhalten, kein Trotzverhalten, nichts von dem, was wir alle falsch gemacht haben mit unseren Hunden, wird bei Dir der Fall sein! Ich hab Dich auch schon ganz schön dolle lieb, kleiner Riesenbrocken Zu-Zu-Zukiii!!!
    Liebe Grüsse, Nicole

    Gefällt mir

  3. Ja mittlerweile macht man das alles nebenbei – kann ich völlig nachvollziehen. Es ist einfach beim täglichen Zusammenleben mit drin und wird teilweise automatisch schon trainiert.
    Allerdings darf man auch eins nicht vergessen, zumindest ist das mein Eindruck von meinen Erinnerungen damals als Angie noch ein Zwergpunkt war, die kleinen Zwerge lernen schneller – deutlich schneller. Und ältere Hunde lernen irgendwie auch schnell aber anders – ich haben Eindruck, dass da Erfahrung mit eine Rolle spielt. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.
    Was ich bemerkenswert finde ist, dass du auch mal einfrierst. Auf die Idee wäre ich niemals nicht gekommen.

    Gefällt mir

    • Ich sehe das ähnlich. Bei erwachsenen Hunden trainierst du gegen die Erfahrungen an. Bei jungen Hunden kannst du auf wenig Erfahrung zurückgreifen. Das kann von Vorteil, aber auch von Nachteil sein. Und trotzdem verblüffen mich viele Hunde, wie schnell sie sich auf Neues einlassen können! Wenn ich an Zara denke, die im forgeschrittenen Alter irgendwo was gelernt und konnte es sehr schnell auf viele Situationen verallgemeinern.

      Das für mich fast Sinnvollste, wenn Spiel zu ruppig wird (neben Entspannungssignal und Co) ist ein Unterbrechen in der eigenen Bewegung. Mehr ist „einfrieren“ bei mir nicht 🙂 .

      Gefällt mir

  4. ach Nicole, wie schön, dass Du uns teilhaben lässt an Eurem gemeinsamen Start ins Leben.

    Ja es klingt irgendwie nach viel, was Ihr macht und doch entspannt und friedlich. Mir geht das manchmal auch so, dass ich gefragt werden, wann machst Du das alles mit Deinen Hunden? Und dann überlege ich, weil ich finde, ich mache gar nicht viel mit meinen Hunden. Ich habe -wie Du denke ich auch- gelernt immer dann zu agieren, wenn mir im alltäglichen Zusammenleben etwas wichtig ist und/oder meine beiden Rabauken einfach tolles Verhalten anbieten, das nicht verlorengehen soll. Das läuft oft so nebenbei.

    Aber ich erinner mich noch an meine Einstiegszeiten, was habe ich mir da, weil selbst ungeübt und unsicher, Gedanken gemacht, Übungssituationen geschaffen, bewusst verstärkt das oder jenes geübt und mich und meine Eika damals gnadenlos überfordert. Wie entspannt kommt mir das heute vor, wenn ich mit meinen beiden Wuffels oder Pflegis den Alltag einfange.

    Danke, dass Du uns teilhaben lässt, wie Ihr zwei Eure Welt und Euer Zusammenleben erkundet und gestaltet

    Gefällt mir

    • Lieben Dank für deine Worte, Martina 🙂 !

      Ich denke, dass uns das Suchen nach dem erwünschten Moment im Verhalten so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass es einfach natürlich kommt. Ich denke da irgendwie gar nicht mehr dürber nach. Weißte, was ich meine? So lässt sich eben auch sehr konzentriert und differenziert trainieren. Einem anderen fällt halt sofort auf, wenn Hunnd etwas weniger gut gemacht hat.

      Was hätte ich bei Zuki dolle strafen müssen – und vermutlich wäre nichts bei ihr angekommen außer Verunsicherung, resp. mehr Erregung, resp. mehr unerwünschtes Verhalten…. Heute ist sie nur 2 mal in die Jacke gesprungen beim Toben. Das ist sooo toll! Und es ist immer deutlicher, dass sich etwas dazwischen schaltet, wenn sie Kurs auf meine Person nimmt. Dieses etwas lässt sie langsamer werden – Marker und Belohnung 🙂 .

      Gefällt mir

    • Huhu Christl 🙂 !

      Das Ankersignal ist Teil eines speziellen Rückrufs – dem Doppelten Rückruf. Er besteht aus einem Umorientierungssignal und dem Anker. Beides wird im Aufbau getrennt trainiert. Das Ankersignal besteht aus Silben, die stotternd gegeben werden. Taka-taka-taka-takataK, Go go go go gogo, Bing-bing-bing-bing-BINGO, Yippi-yippi-yippi-YAY – oder oder oder 🙂 .

      Die Geschwindigkeit des Stotterns nimmt zu, je näher der Hund auf einen zu läuft. Sehr ähnlich dem Anfeuern, wenn man Sportler im Durchhalten unterstützen möchte. Neben stotternden Silben kann auch mit einer Pfeife getütet werden.

      Im Aufbau stotterst du immer dann, wenn Wauz sich auf dich zu bewegt. Ist er bei einem, gibts eine Belohnung (Rennspiel, wieder wegdüsen würfen, Keks etc). Die Verknüpfung im Hundehirn beim Hören des Signals ist „ich-laufe-auf-meinen-Menschen-zu“. Driftet der Hund im Aufbau während des Stotterns ab, hörst du einfach mit der Signalgebung auf – Info für den Hund: Belohnung bleibt aus. Nimmt Hund wieder Kurs auf, wird wieder gestottert. Es lässt sich prima nebenbei trainieren und die Hunde und Menschen haben Spaß daran. (Natürlich muss nicht jedes Mal, wenn Hund zu einem läuft gestottert werden. Sonst geht es beiden Seiten doch auf den Keks).

      In der Anwendung ist dieser Rückruf sehr sicher, da er den Hund auf dem Weg von der interessanten Quelle bis zum Menschen hin begleitet und er so nicht Gefahr läuft, Verleitungen, die sich auf dem Weg befinden, nachzugehen 😀 .

      Das war es so in Kürze!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s