Ankommen: Grenzen und Regeln zweiter Teil

Seit über einer Woche leben Zazou und ich nun schon zusammen. Heute morgen hat sie wieder mächtig geträumt – Datenverarbeitung. Nuckeln, Schmatzen, Rennen, Knurren… Ich bin froh, dass sie erst mit 10 Wochen zu mir genommen habe.

Was hat dieses kleine Hundehirn alles zu leisten?!?

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Beißhemmung

Zazou’s Beißhemmung bezüglich Kleidung und Haut wird immer deutlicher. Nur wenn sie arg erregt ist, gehen die Pferde mit ihr durch. Arg erregt ist sie, wenn sie Dinge überfordert haben oder kurz vor einem Müdigkeitszusammenbruch. Dann hilft es, sie mit größerem Spielzeug (sie liebt das Kaninchenfellzergel vom Leinenkasper, den ich bei der lieben Christina Opitz in Billy’s Schlemmerecke gefunden habe) ruhig in Bewegung zu halten und immer langsamer zu werden. Oder ich markiere ruhiges Verhalten und belohne mit ruhigen Worten. Ab und an kann sie dann auch gestreutes Futter vom Boden aufnehmen. Ich biete ihr zwischendrin an, auf den Arm zu kommen. Hier kommt sie dann schnell zur Ruhe.

Schöner wäre es, wenn es zu dieser Übererregung nicht käme, aber manchmal kann man nicht alles vorhersehen. Zudem müssen wir beiden hier vieles alleine meistern und so kommt es zu unvermeidlichen Situationen.

Mir wichtige Dinge in der Wohnung sind alle gesichert, weniger wichtiges steht weiter herum und dort darf sie auch mit ihren Zähnen erkunden, wie sich dieses oder jenes anfühlt. Es ist ihr ein großes Bedürfnis. Häufig hat sich das Thema dann auch erledigt. Untersucht ist untersucht. Interaktion gibt es mit den zahlreichen Spielzeugen hier oder Kaurtikeln.

Alleine bleiben

In Mini-Schritten trainiere ich mit Zazou das Alleine-bleiben. Da wir derzeit jede Minute zusammen sind ist es wichtig, dass sie auch Phasen hat, in denen sie sich alleine beschäftigen kann.

Gestern habe ich sie das erste Mal für ein paar Minuten alleine gelassen, als sie aktiv war. Die Entspannungsmusik wurde gestartet, sie bekam einen Hühnerfuß, mit welchem sie sich auf den Teppich legte. Ich nahm die Schlüssel in die Hand, sie schaute auf. Dann sagte ich – habe ich bei Zara auch immer gemacht – „sei schön lieb, paß schön auf, ich bin auch gleich wieder da!“. Rausgegangen, Tür zu. Runter in den Keller, gemütlich die Futterbeutelchen zusammen gesammelt und wieder zurück. Rein in die Wohnung, in die Küche, Zazou noch auf dem Teppich, auf dem sie sich mit einem Spielzeug beschäftigte. Sie schaute kurz und spielte weiter.

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Zazou und der Dyson

Das klappt mittlerweile auch schon ganz prima. Sie hatte schnell raus, dass, wenn ich staubsauge, es sich für sie lohnt, wenn sie Distanz zum Sauger wahrt und sie so die Belohnung auf der Couch in Form von Zuwendung bekommt. Gleichzeitig hatte sie gelernt, dass Attacken gegen die Bodendüse des Saugers zu seinem Stillstand führt.

Spaziergänge

Unsere Spaziergänge sind unterschiedlich lang. Viele sind ganz kurz – aus der Wohnung vor das Haus – Pipi + Kacki machen und wieder rein. Ein Spaziergang am Tag ist länger. Die Kleine bestimmt das Tempo. Mal tapste sie munter drauf zu, mal bleibt sie stehen und verarbeitet Situationen. Kommen Auto’s, Radfahrer, Menschen zügig auf sie zu und sie hat die Tendenz einzufrieren, animiere ich sie sich etwas rauszudrehen. So ist es weniger frontal und für sie deutlich besser auszuhalten. Schafft sie das nicht, wird sie mit Marker unterstüzt. Daran, ob sie Futter annehmen kann oder nich, kann ich erkennen, wie belastend die Situation für die war.

Die Spaziergänge werden immer wieder unterbrochen von Kuschelpausen, in denen sie oft kurz einschläft. Häufiger kommt es auch vor, dass ich sie auf den Arm nehme und einfach wieder nach Hause trage.

Generell zeigt sie sich draußen sehr interessiert und nimmt mittlerweile gerne Kontakt zu Menschen auf – die waren vorher gruselig. Frontal ist auch hier nicht so gut. Glücklicherweise zeigen sich die Menschen hier in der Nachbarschaft sehr kooperativ! Die Kleine ist so lebensfroh und unbeschwert. Es macht eine große Freude, ihr beim Erkunden zuzuschauen und sie zu unterstützen, wenn sie es braucht.

Die 5 Minuten-Regel pro Lebensmonate halte ich nicht ein. Zazou würde durchdrehen. Aber Ruhephasen, gerade hier in der Wohnung und auch unterwegs, sind mir sehr wichtig.

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Der große Lehrmeister

Ich habe mich wieder einmal in Tali verliebt. Er ist soooo toll! Noch ist er sehr verunsichert und weiß nicht so recht, ob man der Kleinen trauen kann oder sie doch wieder ihre Haifischzähnchen benutzt. Aber es ist so schön zu sehen, wie er als Muttersprachler mit ihren Attacken umgeht. Seine Sprache ist so subtil und differenziert.

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Kein Schnauzengriff, keine Alpharolle, keine grobe Zurechtweisung. Tali ignoriert. Wird die Kleine ruhiger, verstärkt er positiv – mit ruhiger Zuwendung. Liegt er irgendwo gemütlich und sie möchte Kontakt und startet es zu schnell, wird geknurrt mit ganz weichem Gesicht und weggegangen. Negativmarker. Je ruhiger sie Kontakt aufnimmt, desto mehr Nähe lässt er zu und lässt sie auch an seinen Aktivitäten teilhaben. Sie haben tatsächlich schon ganz vorsichtig im Kontakt gelegen. Zazou’s vormals sehr frontalen Annäherungen werden immer mehr zu seitlichen!

Tali wird häufig von uns verbal unterstützt in seinem Verhalten und Notfalls wird die Lütte von uns ausgebremst. Wir greifen nur regulierend ein, wenn es sein muss.

Manchmal macht Tali Spieleinladungen, aber noch kann Zazou damit nichts anfangen. Das ist ihr dann zu unheimlich.

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Weitere Haupt-Trainingsfelder

Zazou kann noch kein Sitz und Platz auf Signal. Aber sie setzt sich häufig hin, wenn sie etwas möchte! Sie kann mittlerweile gut warten!

Sie kann auch noch prima an der Leine laufen. Interaktionen meinerseits gibt es über die Leine nicht, außer dass ich stehen bleibe, wenn die Leine stramm ist. Ich zuppel jedoch nicht daran rum, um sie in eine andere Richtung zu bucksieren. Was ich dann oft mache sind körpersprachliche Einladungen in eine andere Richtung oder ich spreche sie an. Was Bewegungseinschränkungen angeht, ist sie eh schnell gefrustet und verfällt ins Bellen. Ja, ein Ridgeback mit Lautäußerung! Dort, wo es für sie sicher ist, kann sie natürlich frei laufen.

Ich werden weiter an der Beißhemmung wie gehabt trainieren, die Frustrationstoleranz ausbauen und Manipulationen an ihrem Körper weiter ankündigen.

DSC_0196Zazou, 11 Wochen – 11,4 kg bei ca. 43 cm.

Sie ist soooo ein wundervolles, kleines Hundewesen!

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2 Kommentare zu “Ankommen: Grenzen und Regeln zweiter Teil

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