Sozialisation | Entwicklung oder die „magischen 16 Wochen“

Seit 6 Wochen lebt Zuki nun schon bei mir. Ihr Leben als Zukiraptor hat sie längst abgelegt. Ich denke häufig an die Welpen-Zeit von Mara, Shiwa und Tali zurück – Zara’s Welpenzeit habe ich nicht miterleben dürfen, da ich sie erst später kennenlernen durfte.

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Wir besuchen keine Welpengruppe, sie darf das Spiel anfangen, darf mit Quietschies durch die Gegend rennen, darf eigentlich alles einmal ausprobieren, erkunden, wir zergeln, wir rennen, kugeln uns auf dem Boden, sie darf auf mir rumtrampeln, sie gewinnt die Spiele – sie hat so unglaublich viele Freiheiten im Vergleich zu unseren vorherigen Welpen.

Zuki hat gelernt, wie sich sich verhalten muss, damit es sich für sie lohnt. Zuki hat Grenzen erlernt. Es macht so einen Spaß mit ihr!

Für mich ist mit ihr ein weiterer Wunsch in Erfüllung gegangen –  Einen Hund Großziehen ohne Maßregelungen, ohne Schnauzengriff, anstubsen, Discs werfen, Leinenimpulsen, auf den Rücken drehen, laut werden. Sie hat von uns in den Wochen nie erfahren, dass wir grob werden können. Zugegebenermaßen hat die ehemalige Raptorin teils viel Impulskontrolle von uns abverlangt. Aber hey, was Tali kann, können wir Menschen schon lange! Meinen Eltern bin in unglaublich dankbar, dass sie sich an meine Ratschläge gehalten haben und alles so umsetzen, wie ich es mir wünsche, wenn Zuki während meiner Arbeitszeit bei ihnen ist. Danke ❤ !

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Unterschiede

Im Gegensatz zu den Ratschlägen unserer damaligen Hundeschule zum Thema „Sozialisation“, wurde Zuki langsam an alles herangeführt. Unsere Welpen zuvor lernten nach dem Motto: Welpe nimmt alles schnell auf und gewöhnt sich schnell an vieles – daher in die Stadt, auf den Bahnhof , viele Kontakte zu Mensch und Hund, viel Toben – überall einmal mitnehmen. Dann ist er gewappnet für die Zukunft. Bis zur 16ten Woche musste alles durch sein, sonst hätten wir später Probleme.

Zuki hat mir gezeigt, wann sie bereit dafür ist, unsere Tempo-30-Zone hier zu verlassen und auf größere Erkundungstour zu gehen. Wann sie bereit dafür ist, auf Einladungen von Passanten zur Kontaktaufnahme, einzugehen. Bisher hat sie viele liebe Menschen kennenlernen dürfen. Kurz „Hallo“ sagen, Streicheleinheiten abholen und bevor die Erregung zu dolle wird und somit der Einsatz ihrer Zähne und das Anspringen wahrscheinlicher, verabschieden wir uns wieder. Sie kann jetzt schon recht lange ruhigen Kontakt zu Menschen halten.

Mittlerweile stapft sie sehr selbstbewusst hier durch die Straßen, registriert schnelle Autos, LKW und Radfahrer und geht dann wieder ihres Weges, was von mir verbal lobend unterstützt wird. In Momenten, wo sie doch unsicher erscheint, bekommt sie Unterstützung in Form von Rausführen, Markersignal und/oder Keksen.

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Hundekontakte

Wir treffen eigentlich wenige Hunde. Aber die Kontakte die entstehen, sind alle sehr nett. Zuki spielt sehr angenehm und andere Hunde spielen sehr angenehm mit ihr. Ein Geben und Nehmen. Bisher war es immer so, dass beide Seiten geschaut haben, dass das Spiel am Laufen bleibt und nicht zu kippen droht. Braucht jemand eine Pause, wird kurz wo geschnüffelt und/oder am Stöckchen gekaut.

An der Leine hier um den Block verhält sich Zuki noch sehr ruhig, wenn sie anderen Hunden begegnet. Sie lernt, dass es nicht möglich ist, mit jedem Hund kontakt aufzunehmen, dass sich Anschauen und Abwenden für sie jedoch trotzdem deutlich lohnt.

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Veränderungen bei Tali

Neben den äußerlichen Veränderungen wie Gewichtsabnahme und Muskelaufbau *hihi*, scheint Tali sehr viel ausgeglichener zu sein. Am interessantesten ist die Beobachtung, dass er mehr draußen liegt – sogar, wenn Fliegen und Hummeln unterwegs sind! Und auch im Haus schreckt er kaum noch hoch, wenn das Summen zu hören ist und kann weiter dösen. Die Impulskontrolle an Hasen und Rehen hat sich sehr verbessert.

Er ist so unglaublich lieb und geduldig mit Zuki. Möchte er mal nicht spielen, bleibt er stehen und rührt sich nicht (er wird nicht wirklich steif, sondern steht einfach), oder trollt sich des Weges. An Tagen, wo sie sich nicht sehen, scheint er sie zu vermissen und schnappt sich…. Quietschies und Spielsachen…!

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Bald beginnt der Zahnwechsel.

Zuki – 16 Wochen – 52cm – 19kg. Eine wundervolle Bereicherung für uns alle und ein Teil von uns!

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8 Kommentare zu “Sozialisation | Entwicklung oder die „magischen 16 Wochen“

  1. Toll, von Deiner Körpersprache kann man viel lernen, Nicole! Der Riesenbrocken wächst unaufhaltsam, fast so groß wie Katica! Auf den Bildern sogar fast so groß wie Tali 😀 Und sie will jetzt schon lieber mit Dir spielen als mit anderen Hunden, sie wirkt so menschenbezogen!

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    • Danke Nicole 🙂 !
      Wir haben ja mit Sicherheit noch mind. 2 Phasen vor uns, die von Unsicherheiten/Angst geprägt sind. Das wird spannend werden. In Ridgeback-Kreisen heißt es denn meist, sie würden ihren „Schutztrieb“ entwickeln. Zuki spielt sehr gerne mit mir. Ob das so bleibt…? Schauen wir mal 😀 !

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  2. Kannst du mal erläutern was es bei dir bedeutet dass ihr auch mal grob werden könnt?
    Ansonsten ist die Veränderung von Tali ziemlich interessant. Hast du eine Erklärung dafür warum er sich durch Zuki so zum positiven verändert?

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    • Grob in meinen Augen sind wir mit unseren vorherigen Welpen beispielsweise geworden, in dem wir lauter wurden, körperlich gedroht haben, auf den Rücken legen und mit Hand fixieren, wegschubsen, wegsperren, festhalten, unangekündigter Richtungswechsel an der Leine, „verstecken“ im Wald ohne bescheid zu geben etc. .

      Zuki tut Tali gut 🙂 -> Stressreduktion, Bedürfnisbefriedigung

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      • Oh da hatte ich mich direkt verlesen. Ich hatte das „nie“ überlesen und mich gewundert.

        Das Zuki Talis Stress reduziert ist interessant. Ich kann allerdings nicht ganz einordnen warum z.B. Talis Stress an Wild durch Zuki reduziert wird.
        Es ist übrigens unglaublich, wie schnell sie gewachsen ist. Sie wiegt gerade mal 2 Kilo weniger als Angie.
        Vielleicht kannst du in einem Artikel über die Fütterung von Zuki eingehen. Würde mich nämlich mal interessieren was und warum du da welpentechn. was angepasst hast.

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      • Vielleicht ist Tali manchmal auch nur einfach zu müde und seine Muskulatör zu belastet vom ganzen Spielen und Rangeln mit ihr ^^ . Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Bisher ist es nur eine Beobachtung.

        Zuki wächst sehr regelmäßig – alles primstens. Tali war in dem Alter deutlich größer 😀 . Wie groß ist Angie? Bei der Fütterung ist welpentechnisch nix angepasst. Sie bekommt dasselbe wie die Großen, nur mehr, und die Knochen ein wenig vorzerteilt.

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