Nützliches aus dem Alltag – das „Anlein-Signal“

Gestern Abend auf einem Trampelpfad – es dämmerte bereits.  Zuki war offline unterwegs – mal wieder. Ich hatte die Händicäm laufen, da ich eigentlich nur für mich diesen Fortschritt im Training doch mal dokumentieren wollte. Zudem war die Stimmung so schön!

Bei der Durchsicht der Videos entstand die Idee zu einer neuen Kategorie: Nützliches aus dem Alltag! In diese Kategorie wird alles fallen, was ich an Signalen trainiere, die ich irgendwie im Alltag als sehr praktisch empfinde. Wenn ihr Fragen habt, wie ich was im Alltag regle, dürft ihr mir gerne ein Kommentar hinterlassen. Eventuell ergibt es sich dann, dass ich die Situation aufnehmen und beschreiben kann.

Anleinen

Mit Zuki habe ich von Beginn an ein An- und Ableintraining gestartet. Anleinen bedeutet, ich beuge mich zu dir runter, meine Hand fasst den Ring des Rückenstegs am Geschirr, ich bewege ebenfalls die andere Hand auf dich zu, die den Karabiner der Leine hält und das Resultat ist, deine Bewegungsfreiheit ist hiermit eingeschränkt.

Wäre ich Hund, fände ich die Aktion als Ganzes so ziemlich uncool – auch, wenn dann an der Leine auch super spannende Sachen passieren. Die Situationen, aus denen heraus angeleint wird, können riiichtig Spaß gemacht haben.

Die Ankündigung, dass nun angeleint wird, wirkt auf Zuki entstressend. Sie weiß, was gleich passiert. Ich mag es auch gerne wenn ich auf evtl. weniger tolle Sachen seelisch vorbereitet werde.

Abbruchsignal – Umorientierungssignal

Mit der Zeit wurde aus unserem Anleinen auch ein Signal, welches das aktuelle Verhalten unterbricht und welches zu einer Umorientierung führt. Super gut, wenn von vorne angeleinte Hunde kommen, oder Jogger, oder Radfahrer… .

Auf „Anleinen“ kommt Zuki zu mir und stellt sich entgegengesetzt der Bewegungsrichtung vor mich hin, so dass ich mich nur noch runterbeugen muss. Je nach Ablenkung stellt sich sich auch etwas quer vor mich.

Einsatz

Ich kündige es immer an, wenn ich vor habe, Zuki anzuleinen – egal in welcher Entfernung sie sich befindet. Also auch, wenn sie genau vor mir steht.

Ist sie relativ nahe bei wie in dem Video, frage ich sie meist „Wollen wir anleinen?“ oder „Kommst du anleinen?“. Ist sie weiter weg, rufe ich sie ran und sage dann „Anleinen“, wenn sie, statt offline weiter laufen zu können, an die Leine darf.

Belohnung

Zuki bekommt für das Anleinen immer eine Belohnung – je nach Situation, aus der ich sie aus dem Freilauf nehmen (muss), eine hochwertige oder minderwertigere. Es variiert von einem „Hey, suuuper gemacht *Zuki-anlächel*“ über einen trockenen Keks, einen tolleren Keks, gestreute Mini-Kekse oder sogar auch mal die Leberwursstube oder ein Rennspiel oder oder oder.

Training

Aufnahmen vom Training selber habe ich leider nicht. Aber Handbewegungen zu ihr hin habe ich häufig markiert und belohnt, das Greifen des Geschirrs, das kurze Festhalten, das klickende Geräusch des Karabiners wurde zu einem Signal für „es kommt ein Keks“. Und natürlich habe ich einfach immer dann, wenn ich Zuki anleinen musste, anleinen gesagt, einen Moment inne gehalten, dann meine Aktion gestartet und gerade zu Anfangs hochwertig belohnt.

Am Rande – wird das Klicken des Karabiners mit einer Belohnung verknüpft, läuft man weniger Gefahr, dass der Hund beim Ableinen (hören des Karabiners) losdüst 🙂 .

Das Video von gestern ist ungeschnitten geblieben, drum zeigt es nicht nur die Anleinsequenz.

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6 Kommentare zu “Nützliches aus dem Alltag – das „Anlein-Signal“

  1. Ich habe „Leine“ irgendwann eingeführt für meinen berührungsempfindlichen Hund und es danna uch für den anderen übernommen, ich sags schon automatisch.

    Ich habe bemerkt, dass es dem anderen Hund mehr hilft als dem berührungsempfindlichen. Selbst wenn er lieber weiterlaufen würde, er lässt sich ohne Protest festmachen, statt überreden, muss ich einfach nur noch machen + belohnen.

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  2. Herrlich zu sehen, dass auch Hunde von Hundetrainern einem genau vor den Füßen laufen. ;-D
    Unsere Maya ist früher auch auf und davon so bald die Leine ab war und wenn sie gesehen hat, dass ich die Leine zum Anleinen bereit halte, lief sie auch noch mal schnell davon um noch zu schnüffeln. Ich hab dann irgendwann angefangen, ihr ein Stück Käse zu geben wenn ich sie abgeleint habe und das ist jetzt unser Ritual. Ableinen, Käse bekommen und Anleinen, Käse bekommen. Und seither bleibt sie auch da bzw. lässt sich problemlos anleinen. Anfangs hat sie dann noch immer nach dem Auslöser fürs Anleinen gesucht, also andere Hunde oder Menschen aber seit ich sie auch „einfach so“ mal ein Weilchen anleine und sie dann aber auch wieder offline laufen lasse, funktioniert alles super.

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  3. Jo so ein Anleinsignal gibts bei uns auch. Angie bleibt bei „Leine“ fast immer stehen. Fürs „Leine“ gibts immer eine Belohnung. Manchmal Leine ich sie aber auch einfach an ohne was zu sagen wenn sie neben mir steht – muss ja auch nicht alles immer angekündigt oder belohnt werden. Sie hat aber damit eben auch kein Problem.
    Entstressend ist auf jeden Fall das richtige Wort. Wenn Angie einen Hund sieht im Freilauf (den hat sie sobald es nur irgendwie geht und wenn es ein paar Meter sind), bleibt sie stehen (fast wie Vorstehen) und ich kann sie Anleinen. Danach ist sie erst mal drauf wie „och endlich ist die Situation nicht mehr so schwierig“.

    Wichtig sind mMn die richtigen Belohnungen. Beim Aufbau habe ich auch sie sofort wieder abgeleint und schnüffeln geschickt. Wenn sie irgend ne Spur im Wald hat, ich sie angeleint habe ist die beste Belohnung einfach quer durch den Wald der Spur zu folgen.
    Auf die Wertigkeit der Belohnung achte ich aber außer dem nicht wirklich – ich habe nur Käse mit und da gibts nur Käse … egal ob das jetzt schwierig war oder nicht.

    Zumindest ist das Leinesignal neben dem Rückruf und dem „Stopp!“ oder „Warte!“ eines der wichtigsten Signale im Alltag.

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