Heelwork – Fußarbeit | Unsere ersten Schritte

Vor einiger Zeit hatte ich dieses kurze Video von Zuki’s und meinen Schritten im Heelwork auf Facebook geteilt

Es sind unsere ersten Schritte in dieser Richtung gewesen, ebenso wie das seitwärts und rückwärts gehen am Bein.

Da doch zahlreichere Fragen kamen, wie wir dorthin gekommen sind, versuche ich in diesem Artikel unsere Stationen zu beschreiben. Das heißt nicht, dass man auch anders dorthin gekommen wäre! Ich bin selber viel am Ausprobieren. Mir zeigt das Training vor allem wie wichtig es ist eine solide Basis zu erarbeiten, auf die der Hund sicher zurückgreifen kann – besonders auch im Hinblick auf Körpergefühl und Bewegung.

Eine lieben Dank hier auch an Dagmar Milde und Imke Niewöhner, die mir/ uns durch ihre Anregungen auf Facebook sehr geholfen haben, mein Training zu Optimieren! Für mich ist diese Art des Trainings Neuland und bin sehr dankbar, wenn aus der Ferne „Profis“ mit draufschauen!

Ich kann nicht sagen, dass wir nur einen Schultertouch trainiert haben und diesem einfach mit einem Looktarget kombiniert haben und schon passte es. Für mich zeigt es aber auch, wie komplex manche Übungen sind und wie wichtig es ist, den Focus nicht nur auf dem erdachten Ziel zu haben. Alles ist wichtig!!!

Mein Ziel:

Zuki soll aus verschiedenen Richtungen auf Signal mit ihrer Schulter entweder dicht an mein linkes oder rechtes Bein kommen und dort auch bleiben, wenn ich mich dann in verschiedene Richtungen bewege. Das Ziel ist relativ einfach in Worte gefasst, für den Hund bedeutet es aber sehr viele verschiedene Verhaltensweisen, die er alle Schritt für Schritt lernen darf.

Unsere „Problemstellen“

Obwohl Zuki ein sehr körperbetonter Hund ist und suuuper gerne kuschelt, fand sie es nen bisschen gruselig, wenn ich mich mit meinen Bein genähert habe. Sie ist leicht ausgewichen. Zudem war sie zu anfangs recht „unflexibel“ in der Bewegung ihres Popos. Beim Toben und Spielen alles kein Problem. Aber wenn der Popo „schwingen“ soll, dann wurde eher der Rücken bis zum äußersten Ende gebogen.

Unsere Teilziele:

  1. Popo mobilisieren
  2. Berührung mit dem Bein ist toll!

Rhodesian Ridgeback Dogdance

Unsere Voraussetzungen/ Stationen:

Hinterläufe in Bewegung

Das Rückwärtsgehen hat uns in vielerlei Hinsicht sehr nach vorn gebracht. Es war die erste Übung für Zuki, um ihre Hinterläufe gezielter zu bewegen. Durch die häufigen Wiederholungen hat Zuki die Bewegung der Hinterläufe immer öfter angeboten, ist auf Targets, Balancekissen etc. gestiegen. Es kam schnell Bewegung und Bewusstsein in ihren Popo. Weiteres zu unserem Rückwärtstraining findet ihr hier: https://umtali.wordpress.com/2014/12/17/zuki-lernt-ruckwarts-laufen-die-sache-mit-den-targets/

Den Dogstepper habe ich genutzt, um Zuki’s Popo in die Drehung zu bekommen. Wenn ich mich drehe, sollte sie mit ihrem Hinterteil nachkommen können. Diese Bewegung ist bsw. auch wichtig, wenn ich mich in die Richtung drehen möchte, auf deren Seite der Hund steht bzw. ich mich vom Hund wegdrehe und er nachrücken soll.

Wichtig war für Zuki hier zuerst einmal zu lernen, dass es sich lohnt, sich mir gegenüber zu stellen. Das ging auf dem Dogstepper super zu trainieren, da das Podest ein sicheres Ziel für ihre Läufe darstellte. Die Belohnungen gab es erst auf dem Stepper, dann hab ich sie seitlich auf den Boden gelegt, so dass Zuki danach wieder rauf gestiegen ist. Durch die Erhöhung bekam sie da schon ein anderes Gefühl für das Setzen ihrer Läufe.

Als Zuki sich aus den verschiedenen Winkeln wieder sicher vor mich stellen konnte, habe ich diese Übung auf ein Bodentarget übertragen und dort wieder von vorne angefangen wie beim Dogstepper. Dann habe ich begonnen, mich um das Bodentarget zu bewegen, mit meiner Front zu Zuki. Zuki hat sich immer wieder frontal ausgerichtet. Links rum und rechts rum – damit auch die Nicht-Schokoladenseite gleich mit bedient wird. Haben die Hunde Probleme, vom Dogstepper auf das Bodentarget zu wechseln, wäre eine Yogamatte bsw. ein schöner Übergang.

Zuki’s Gefühl und die dafür benötigte Muskulatur wurde immer besser und das Hinterteil immer schneller. Da begann ich, mich mit einzudrehen, so dass Zuki neben mir zum Stehen kam.

Da Bilder mehr als Worte sagen, habe ich versucht, einige Stationen nochmals auf Video aufzunehmen – im Schnelldurchlauf sozusagen 🙂 !

 

Schultertouch

Ich hatte aber immer noch das „Problem“, dass Zuki immer gut Abstand zum Bein gehalten hat. Sie ist ein sehr körperbetonter Hund, aber an mein Bein mochte sie in dem Moment nicht so ran. Wenn ich näher kam, wich sie aus. Ich hatte nicht kleinschrittig genug gedacht. Ich hatte zuanfangs versucht, mich seitlich neben den Dogstepper zu stellen, so dass Zuki sich neben mich gestellt hat, aber ich kam immer noch nicht da hin, wo ich hinwollte.

Also habe ich Zuki sitzen lassen und mich in größerer Entfernung seitlich neben sie gestellt. Click und Belohnung. Einen Schritt seitlich näher an sie ran, C+B und wieder weg, wieder ran und so weiter. Näher an sie ran bin ich erst, als sie mich erwartungsvoll angesehen hat. So hat sie schnell gelernt, dass es sich sehr lohnt, wenn ich mich zügiger seitlich näher, auch wenn sie sitzt.

Ein weiterer Schritt war dann, das Bein in Kontakt mit Zuki’s Schulter zu bringen. Auch hier erst gaaaanz vorsichtig, damit sie kein Meideverhalten zeigt. Zuerst Bein ran – füttern, füttern, füttern (dabei die Kekse so gehalten, dass sie an meinem Bein auch blieb), dann Bein weg und füttern hörte auf. Zuki hatte da doch schnell raus, dass Bein an ihrer Schulter lohnend ist und hat selber Kontakt zum Bein gesucht. Dafür gab es dann Click und Belohnung. Beim Füttern habe ich die Hand so gehalten, dass sich Zuki’s Kopf nach Außen dreht, vom Bein weg. Dadurch kam die Schulter ran!

Looktarget

Zugegebener Maßen ist der Looktarget bei uns nicht sauber trainiert, sondern war ein Nebenprodukt. Ein bisschen später bin ich auf einer DVD von Denise Nardelli drüber gestolpert, dass das, was ich da machte, hätte sinnvoller trainiert werden können 😀 .

Beim Looktarget lernt der Hund, die Handrückseite von unten anzuschauen. Anders als beim Handtouch, wo die Nase Kontakt zur Hand sucht. Das hat den Vorteil, dass der Hund so freier in bestimmte Positionen geführt werden kann.

Bei uns entstand er dadurch, dass ich für Zuki ein anderes Handsignal haben wollte, dass sich vom Handtouch unterscheidet. Handinnenfläche ist bei uns bereits „belegt“. Zudem hatte ich Zuki die Kekse beim Schultertouch so gegeben, dass ich die Handfläche nach oben gedreht habe und in der Handfläche Kekse lagen. Auf dem folgenden Video sieht man es ein wenig. Später bin ich dazu über gegangen, keine Kekse mehr direkt in der Hand zu haben, sondern sie nach dem Klick auf die Handfläche zu legen und sie Zuki dann zu geben.

Nun schaut Zuki meinen Handrücken von unten an und ich kann sie dadurch in Position bringen. In Gebieten, wo sie arg abgelenkt ist (im Wald beispielsweise, wo Wild immer Thema ist), beginne ich das Training heute immer noch mit Keksen in der Hand bei den ersten Schritten, damit Zuki nen bisschen reinkommt.

In Bewegung

Dann ging es in die Bewegung. Schritt für Schritt. Für Zuki ist es anstrengend, zum einen auf die Laufhöhe zu achten (nicht weiter nach vorne als mein Bein), auf den Kontakt zu meinem Bein zu achten und auf meine Laufrichtung.

Wir machen immer noch Miiiiinischritte. Mir ist es wichtig, dass Zuki darin sehr sicher wird und somit auch sicherer wird, wenn wir später lange Strecken machen.

Auch hier hier ein Video, wo ich versucht habe, alles ein wenig in Zeitraffer zusammenzufassen 🙂 !

 

In der Wohnung ist das Looktarget bei uns kaum mehr nötig und Zuki orientiert sich so am Bein. Das möchte ich weiter ausbauen. Gleichzeitig steht das Generalisieren im Wald auf dem Programm, sowie das Verlängern der Strecke und das Einbauen von Richtungswechseln.

Wer weitere Anregungen sucht, ist mit der DVD „Step“ von Denise Nardelli super beraten, sowie auch ihre beiden Dogdance DVD’s!

Vielleicht kann der Artikel ein paar Anregungen für euer Training geben. Einen guten Trainer kann er leider nicht ersetzen. Auch ich hätte gerne jemanden direkt an meiner Seite. Hab ich aber so nicht. Dafür gönne ich mir dieses Jahr mit Zuki drei Seminare zum Thema Dogdance und Heelwork. Einmal mit Dagmar Spillner und zweimal mit Claudia Moser 😀 !

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