Scannen und Rückspursuche – Training am Jagdverhalten

Eine Leserin des „Eigenständigen-Stoppen-Artikels“ schrieb mich an mit der Frage, welche Momente ich nutze, um am Stehenbleiben und Gucken bei Wild zu trainieren. Ihr Rüde flitze halt gleich los, wenn er die Rehe gesehen hat und an Stehen wäre da kaum zu denken.

Ich schrieb ihr, dass ich damit anfange, wenn ich eine Idee davon habe, dass jagdliche Auslöser wahrgenommen werden. Es ist sinnvoller, Training bei schwachem Auslöser zu beginnen. Bei Zuki verändert sich beispielsweise die Körperspannung, der Vorschub im Trab ist ein anderer, die Art, wie sie die Nase in den Wind hält oder auch die Art und Weise, w i e sie in den Wald hineinschaut.

Zudem überlege ich dann nicht lange, ob da wohl vielleicht irgendetwas sein könnte. Zuki zeigt deutlich genug, dass sich an der Situation im Wald irgendwas verändert hat. Vor dem unerwünschten Verhalten gibt es immer den Moment des erwünschten, welches ich verstärken kann! Wenn Zuki’s Verhalten sich also dahingehend verändert, dass da was sein könnte, kommt eigentlich immer ein Marker – Clicker oder Markerwort, egal. Hauptsache aktiv werden!

Kann ich den Auslöser selber nicht wahrnehmen – bin halt kein Hund – dann benenne ich ihr intensives Gucken mit SCAN. Scan wird/ wurde so zu einem Signal, welches Zuki die Umgebung abscannen bzw. einen Auslöser fixieren lässt und ich kann sie damit in der Vorwärtsbewegung stoppen. Denn das Wort SCAN ist verknüpft mit Gucken und Stehenbleiben.

Rehe

 

In dem Video ist zuerst eine Sequenz zu sehen, wo ich bei Zuki das Umorientierungssignal mit einer Verlorensuche auf der Rückspur belohne. Wir gehen auf einen Bereich im Wald zu, wo Zuki regelmäßig Wild (Rehe und Hasen) entdeckt – Stärke des Auslösers mittel-hoch, Suchaufgabe eher leicht, da Distanz relativ kurz. Zuki spielt zwar sehr gerne mit mir, aber wenn sie im Jagdmodus ist, kann sie Spiel nicht wirklich gut annehmen und somit sind es keine guten Belohnungen/ Verstärker.

Zuki mag Dummy – Zuki mag Wild. Ich versuche hier, das Umorientierungssignal in einem schon deutlich „Wild-gefärbtem“-Bereich mit einer Spiel-Belohnung zu verknüpfen. In der Hoffnung, dass ich mit der Zeit auch mal die Rückspursuche oder anderes als Belohnung direkt am Wild einsetzen kann.

Ich habe diese Sequenz vor dem Scannen stehen lassen, da man so den Unterschied in ihrer Körperspannung und dem Verhalten allgemein vielleicht besser sehen kann.

Was da im Wald im Gebüsch hockte, weiß ich nicht. Es hat Zuki jedoch deutlich aktiviert 😀 .

Morgen werde ich auf einem Trainerseminar zum Thema Jagdverhalten mit der sehr geschätzten Anja Fiedler sein. Ich bin sehr gespannt und freue ich ganz schön dolle drauf!

Advertisements

3 Kommentare zu “Scannen und Rückspursuche – Training am Jagdverhalten

  1. Hallo Nicole, darf ich mich mit weiteren Fragen anschließen? 😉 wie verknüpfst du das SCAN mit stehen bleiben? Fragst du es am Anfang nur ab wenn der hundi noch steht und verbindet der hund das dann irgendwann? Was machst du wenn doch plötzlich was hoppelt und das werte hundilein schon mit Anlauf in die schleppleine gebrettert ist aber der Auslöser noch weiter zu sehen ist? kann ich dann die Situation noch irgendwie nutzen?

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s