Medical-TrickZn: Tierarzttraining macht Spaß! – Spritzen und Abhören

Dieses ist Teil eins einer kleinen, neuen Serie!

Bald steht ein Tierarztbesuch bei Zuki an und ich bin dabei, sie ein wenig darauf vorzubereiten. Ob es am Tag der Tage dann auch soweit alles gut klappen wird, weiß ich nicht. Im schlimmsten Falle hatten Zuki und ich durch das Training einfach Spaß zusammen!

Mir geht es vor allem darum, Zuki mit den Abläufen vertraut zu machen und sie lernt, dass es sich lohnt, auch wenn es unangenehm werden sollte. Abhärtungstraining 🙂 ! Nichts ist schlimmer, als wenn man nicht weiß, was als nächstes passiert und die Kontrolle über eine Situation verliert. Da macht es nichts, wenn es in der Praxis dann ein wenig anders laufen sollte. Hauptsache die Tiere erkennen bestimmte Dinge/ Konzepte wieder! Mit meinen menschlichen Patienten in der Praxis halte ich es im Übrigen sehr ähnlich. Erwartungssicherheit ist so wichtig!

Tierarzttraining oder Medical-Training ist noch nicht soooo im Trend, schon gar nicht in den Tierarztpraxen selber, wobei es so neu gar nicht ist.

Es ist von Vorteil wenn man weiß, wie der Haustierarzt untersucht, welchen Ablauf er hat, von welcher Seite er wie an den Hund ran geht und so weiter. Hat man keine Idee, lohnt es sich, den Tierarzt vorher zu kontaktieren und sich die Abläufe schildern zu lassen.

Zuki liebt Menschen, mag gekuschelt werden, aber sie mag weder von ihnen körperlich eingeschränkt werden, noch am Köprer oder Körperteilen manipuliert werden. Sie fällt aus Angst und/ oder Verunsicherung in diesen Momenten nicht in sich zusammen wie Zara und mag sich gar nicht mehr bewegen in der Hoffnung, dass der Schrecken gleich vorbei ist. Zuki wird ein quirliges, muskelbepacktes Wuslon, was kaum zu halten ist – hatten wir schon, da sie mal wegen eines Notfalles am Auge flux in eine TA-Praxis musste.

Für unseren kommenden Termin war mir wichtig:

  • Abhören
  • Auf den Tisch
  • Braunüle legen

Damit ihr und mir das Ganze Spaß macht und nicht als notwendiges Übel gesehen wird, alles nett verpackt, wie ihr im Video sehen werdet 🙂 . Die Idee eine kleine Serie zu starten, kam leider recht spät. Daher habe ich Zuki während der ersten Einheiten gar nicht gefilmt.

Abhören und Pieksen

Bitte nehmt das Video als Ideen-Kiste! Es ist keine wirkliche Trainingsanleitung! Hunde mit bestimmten Vorerfahrungen, Schmerzen oder anderen besonderen Bedürfnissen brauchen ggf. ein anders strukturiertes Training. Kontaktiert dafür einen Trainer eures Vertrauens. Wer niemanden an seiner Seite hat, wird bsw. hier gut fündig: http://www.trainieren-statt-dominieren.de/unterstuetzer

Hilfsmittel:

  • Venenstauer
  • Eßlöffel
  • Spritze mit stumpfer Kanüle
  • Leckerchen
  • Halstuch
  • Markerwort

Bekannte Tricks:

  • KINN (Kinn in die Handfläche legen)
  • CHECK und FIVE (Pfote geben links und rechts)

Weiterführende Punkte:

  • Tisch
  • 1-2 weitere Personen

Die nun folgenden Schritte geben jeweils eine grobe Übersicht über das Training.

Spritzentraining:

Mit dem Pieks-Training habe ich angefangen. Spritze zeigen und Zuki etwas Leckeres geben. In dem Pieks-Fall war ich nicht wählerisch. Ich selber habe irren Respekt vor Nadeln – einen Dank an „nette“ Ärzte im Kindesalter an dieser Stelle…! Zuki hat glaube ich das erste Mal in ihrem Leben echte Frolics bekommen. Man, hat die sich gefreut *lach*. Aber ich steh auch auf Pommes. Ich kann sie verstehen! Die Frolics kann man, wenn sie frisch sind, in kleine Teilchen brechen. Bei all dem gesunden Barf-Kram, wird sie von nem Frolic nicht gleich umfallen.

Zweiter Schritt war die Spritze (ohne Kanüle) zum Vorderlauf bewegen, berühren, Click und Frolic. Dabei mit den Wiederholungen den Druck gesteigert. Bevor ich mich mit der Spritze zum Lauf hin bewegt habe, habe ich mit SPRITZE angekündigt. Das gilt auch für alle weiteren Durchgänge.

Dritter Schritt Kanüle mit Kappe zum Vorderlauf. Da zu Anfangs wieder weniger Druck als der letzte Durchgang ohne Kanüle. Dann wieder Druck gesteigert.

Vierter Schritt Kappe ab und Kanüle an den Vorderlauf. Wieder mit weniger Druck und steigern. Ich piekse da mittlerweile echt ordentlich und imitiere ein Rumbohren oder auch mehrmals pieksen – manchmal sind Venen nicht so einfach zu treffen.

Kleinschrittigkeit ist wichtig! Und im Prinzip funktionierte alles weitere genau so! Zwischendrin habe ich die Übungen immer mit was anderem „lustigen“ unterbrochen. Mal ein Check und Five, ein Twist, ein YAY, dann wieder Pieksen.

Vorschalten des Pfotegebens

Als Zuki bei SPRITZE erwartungsvoll geschaut hatte, habe ich das Pfotengeben vorgeschaltet. Das kennt sie gut, aber nicht in Verbindung mit SPRITZE. Daher da wieder OHNE Kanüle und wenig Druck. Ihr könnt ahnen, wie es weiter geht 🙂 .

Beim TA wird die Pfote von der Assistentin festgehalten. Drum habe ich auch das Halten geübt. Pfote festgehalten, etwas gestreckt, Click und Keks. Zeitdauer ausgedehnt.

Dann Pfote geben, halten, Spritze und so weiter. Kleinschrittig.

Venenstauer

Da das Ding schwer anzubringen ist wenn Zuki sitzt, habe ich es gleich nach dem Pfote geben drumgetüdelt. Vorher hab ich geübt, wie dieses Modell überhaupt funktioniert 😀 . Da es ein leises Klickgeräusch macht, habe ich es vor Zuki mehrmals geschlossen und geöffnet und ihr Kekse dafür gegeben.

Bevor ich den Venenstauer um den Lauf gelegt habe, hab ich auch hier angekündigt mit ABBINDEN. Dann schließen, leicht festziehen, Click und Frolic. ABMACHEN, Verschluss öffnen, Click und Frolic.

Ich habe es nicht gleich mit SPRITZE kombiniert, da Zuki das Ding doch recht unangenehm war, gerade wenn ich es stärker zugezogen habe. Kleinschrittig 😀 !

Zwischendrin auch hier Tricks abgefragt, Quatsch gemacht. Das war auch wichtig für mich!

Abhören

Abhören findet Zuki relativ blöd bzw. fand. Jetzt geht es schon besser. Aber im zweiten Video seht ihr, dass sie da deutlich mehr Probleme hat, obwohl es nicht so weh tut wie das Pieksen. Ich erinnere da die Untersuchung vor der Auffrischimpfung. Zuki war kaum zu halten, als der Doc mit dem Stetoskop den Brustkorb abgehört hatte.

Weil sie es doch recht ungut fand, hab ich zum Schluss den Löffel erst dann Weggenommen, wenn sie aufgegessen hatte. Anpassung des Trainings während der Durchläufe ist manchmal notwendig. Drum tue ich mich mit direkten Anleitungen im Netz auch so schwer.

Kopf fixieren

Zuki hat gelernt, auf das Signal KINN ihren Kopf in meine Hand zu legen. Beim Tierarzttraining sehr nützlich, da ich so den Kopf halten kann, sie es aber von sich aus tut. Es ist so weniger ein Festhalten und nimmt den Druck raus.

Weitere Schritte

Weitere Schritte sind jetzt das Festigen der Abläufe und das Übertragen auf einen Untersuchungstisch. Danach wird mit weiteren Personen geübt, da beim TA der Hund von hinten gehalten wird, für den Fall, dass er vom Tisch springen wollte. Ich werde dann den Kopf via Kinntarget fixieren und eine Dritte wird das Spritzen vornehmen. Und dann hoffe ich, dass Zuki beim TA die Muster erkennt.

Ah, das Halstuch. Das ist in diesem Falle unser Signal für Tierarzttraining – also eher Manipulationen am Körper. Für normales Trick- oder Dogdance-Training bekommt sie es nicht um. Bevor ich es ihr überstreife, sage ich TIERARZT. Sie wird es im Behandlungsraum umbekommen, kurz bevor es losgeht.

Bevor ich mit ihr eine Tierarzt-Session starte, frage ich Tricks ab, die sie gerne macht. Zum Aufwärmen.

Zuki hat im Übrigen, wie auch beim Tricktraining, Spielzeug zur freien Verfügung rumliegen. Sollte es ihr zu viel hat sie gelernt, sich das Spielzeug zu schnappen und rumzuhampeln. Für mich ein deutliches Zeichen. Manchmal steigt sie dann wieder ein – lässt das Spielie fallen und kommt zu mir zum Weitermachen, oder wir spielen einfach und lassen das Ganze mit Entspannung ausklingen. Und es gibt eine Memo an mich – übertreibe es nicht, auch nicht, wenn es gut läuft!

Übertrieben?!

Der eine mag diesen Aufwand übertrieben finden. Ich nicht. Zuki muss nicht „da durch“, genauso wenig wie meine Patienten durch meine Behandlung durch müssen. Mir ist Kooperation wichtig. Kindern erkläre ich auch, dass es weh tun kann! Und warum! Und dass sie immer die Möglichkeit haben, mich zu stoppen! Für Erwachsene gilt dasselbe.

Mit Zuki kann ich nicht so reden, sie nicht darauf einstimmen. Aber ich kann versuchen, auf andere Art und Weise eine Idee meines Handelns, bzw. des TA, zu kommunizieren.

Weitere Themen in Planung:

  • Einführung eines Kooperations-Signals
  • Ohren gucken
  • Fieber messen,
  • Zähne kontrollieren,
  • Zahnstein entfernen,
  • Zähne putzen.
  • Krallen schneiden
  • Abtasten
  • Puls messen

Da wir diese Dinge teils bereits können, kann ich nicht mehr wirklich eine Anleitung aufnehmen. Aber mal sehen, was sich machen lässt.

Das Training dieser Parts wird aber erst nach dem 27.6. 15 stattfinden. Bis dahin müssen Zuki und ich für unsere erste Teilnahme an einem Dogdance-Fun-Turnier trainieren 😀 !

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