In eigener Sache – über Yoga(-lehrer), Schmerzen, Suchen&Finden und Dankbarkeit

In eigener Sache. In eigener Sache insofern, als dass die Hunde dieses Mal nicht Hauptthema des Beitrages sind, sondern ich 🙂 . Dabei muss ich aufpassen, dass ich nicht zu emotional und ausschweifend werde *lach* . Aber ich bin manchmal einfach nur so unglaublich dankbar, dass ich irgendwie generell immer wieder zum richtigen Zeitpunkt auf tolle Menschen treffe und auch eben auf Menschen treffe, die sich ihrerseits für andere Menschen, die Hilfe brauchen, einsetzen. Und das muss manchmal einfach raus – so wie jetzt. Der eine oder andere kennt mich ja…. Ein Artikel zum Thema „Finde Gutes und sprich drüber!“.

Die Schmerzen

Es fing ziemlich genau heute vor einem Jahr an. Unsere Praxis wurde umgebaut, erweitert. Die Dentalhygieneabteilung hatte sehr schöne, neue Behandlungseinheiten bekommen. Mein Behandlungsstuhl, an dem ich zu dem Zeitpunkt knappe 17 Jahre gearbeitet hatte, wurde entsorgt. Bis auf die Zeit meiner Schilddrüsengeschichte habe ich all die Jahre ohne Schmerzen gearbeitet gehabt.

Dann kamen die schicken, modernen Behandlungsstühle und nach ziemlich genau 4 Wochen waren mein Rücken und Hüfte hinüber und Ibuprofen mein bester Freund. Die Behandlungen am Patienten wurden immer anstrengender. Irgendwo war der Wurm drin. Die Muskeln haben gebrannt, im Lendenwirbelbereich tief drinnen ein dumpfer, drückender Schmerz, Schmerzen beim Gehen, beim Aufstehen, Sehstörungen, Krämpfe in den Händen (ungünstig, wenn man mit ihnen arbeitet) und Schwindelgefühle… Da denkt man schon ein bisschen, man wird bekloppt – but the Show must go on…! Zähne zusammenbeißen.

Ja, ich hatte Sorge, dass das das Ende am Patienten sein könnte. Ich wäre ja nicht die erste Dentalhygienikerin gewesen, die sich nach einem anderne Job umschauen müsste aufgrund körperlicher Probleme.

Ich hab geflucht, ich war wütend, ich wollte nicht mehr. Ich wollte nur die Schmerzen weg und meinen alten Behandlungsstuhl wieder haben. Einen Termin beim Arzt hab ich vor mich her geschoben aus Sorge, er würde mir sagen, herzlichen Glückwunsch Nic, die Bandscheiben sind hin. Mein Training hab ich versucht anzupassen, aber ich kam nicht an den Punkt, wo es hakte. Für mich super frustrierend, da ich immer alles selber reparieren muss 😀 .

Yoga now Hamburg

 

Yoga – der Stolperstein

So vergingen die Wochen und es wurde schlimmer. An irgendeinem Wochenende stolperte ich bei Amazon über das Buch „Yoga Girl“ von Rachel Brathen, während ich noch überlegt, wie ich mich auf der Couch anders hinsetzen könnte, damit die Hüfte entlastet wird. Was ist denn das für eine Werbeempfehlung, dachte ich. Was nen amerikanischer Kram! Clickte aber drauf – Leseprobe. Nach den ersten Seiten war ich verliebt in die Natürlichkeit und Authentizität. Buch runtergeladen, gelesen. Ein sehr berührendes Buch mit sehr viel Tiefe und Liebe. Es hat mir Mut gegeben und noch wichtiger, nen Tritt in den Popo.

Yoga… puh… – vor 12 Jahren recht intensiv gemacht, dann lief es irgendwann aus. Kurz zuvor hab ich noch daran gedacht, eine Yogalehrerausbildung zusammen mit meinem damaligen Lebensgefährten zu starten, hatte aber keine Lust, mich für eine bestimmte Richtung, den Yogastil einer Schule zu entscheiden. Ich fühlte mich bei dem Gedanken schon zu sehr eingeengt. Vor Jahren habe ich auch verschiedene Lehrer „ausprobiert“, vermutlich wie andere Menschen Hundetrainer. Aber da stand ich zu der Zeit ebenfalls vor dem Problem, dass es halt solche und solche gibt. Der Funke sprang nicht richtig über und gerade wenn die Lehrer/-innen auch „Hand anlegen“ müssen um den Körper in Position zu bringen, muss das für mich schon stimmig sein. Einzig die Sonnengrüße haben mich letztendlich all die Jahre über begleitet.

Yoga – sollte ich mal nach einer Lehrerin suchen? Wo jemanden Gutes finden? Zeit, Probestunden bei verschiedenen Lehrerinnen zu nehmen, ist aufgrund meines Schichtdienstes recht kompliziert. Also hab ich mir erst mal selbst geholfen, alte Yoga-Bücher ausgekramt, neue Bücher über Training mit Pilatesrollen und Co bestellt, Anatomisches, Zubehör natürlich auch und mir das Video-Paket von Rachel Brathen gekauft. Da ich sportlich und medizinisch nicht ganz unvorbelastet bin dachte ich, das wird schon passen. Selbst ist die Frau.

Frei nach dem Motto, mal ordentlich nachdenken, planen und dann einfach machen fühlte ich bereits nach gut einer Woche eine extreme Erleichterung im unteren Rücken und die Hüfte war wieder freier.

Ooookay! Ich hatte das einfach mal so hingenommen und weiter gemacht. Video-Anleitungen von Kino MacGregor kamen dazu und Bücher von ihr (vor Jahren hab ich vor allem Ashtanga Yoga gemacht) und mein Programm zuhause wurde umfangreicher. Dann noch die Videoportale von Yogaeasy und oneOeight. Wann die Schmerzen weg waren, kann ich gar nicht genau sagen. Ich weiß noch, wie ich am Patienten saß und mich wirklich fast erschrocken hatte, dass was fehlte!

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Yogalehrerin

Yogalehrerin… Ich wurde dieses Hintergrundrauschen nicht los. Ja, ich fühlte mich schmerzfrei, aber ich weiß halt auch, dass man viel kaputt machen kann mit der Zeit, wenn Übungen unsauber ausgeführt werden. Zudem gibt es Bereiche im Yoga, die ohne einen Lehrer wirklich nicht zu erreichen sind… .Toll wäre es, wenn ich jemanden finden könnte, der eine gute Ausbildung genossen hat und auch das Yoga um die körperlichen Übungen herum nicht außen vor lässt. Yoga ist so viel mehr als spektakuläre Verbiegungen, Sprünge und Kopfstände.

Websites gelesen – aber Websites sind eben geduldig. Durch meinen Beruf habe ich zudem an Trainer/ Lehrer deutliche Ansprüche und mit den Jahren werden das nicht weniger. Ich konnte mich wieder nicht aufraffen und hab das Thema erst mal auf sich beruhen lassen und darauf vertraut, dass sich, wie so häufig in meinem Leben, die Lösung zeigen wird.

Yoga Now

BÄM – Vertrauen

Es war ein Feierabend Anfang November und Facebook schlug mir die Gruppe „Pinneberg-Irgendwas“ vor. Eine öffentliche Gruppe. Cool, dachte ich, eine „Pinneberg Gruppe“. Mal gucken, was in Pinneberg so los ist 😀 . Scroll, scroll, scroll, schmunzel, lach – huch? Ein Workshop „Therapeutisches Yoga“! Der Beitrag sprang mir direkt ins Gesicht. Keine Yogalehrerin – egal. Fragt mich mal, warum ich so auf LehrerIN gepolt war… Der Name des Dozenten sagte mir nichts, aber seine Vita las sich gut. Wieder ein neuer Yoga-Stil? Ne, eigentlich auch nicht. Einfach Yoga.

Ich meine Mama angefunkt, die seit unzähligen Monaten aufgrund von Schmerzen und Atmemproblemen von Facharzt zu Facharzt gelaufen war und von jedem „nur“ hören darf „herzlichen Glückwunsch, Sie sind eigentlich gesund…!“. Ich musste sie etwas länger bearbeiten, um sie davon zu überzeugen, dass das bestimmt auch was für sie wäre. Dazu lieben, hundehaltenden Freundinnen bescheid gegeben und gefragt – hey, wollen wir 😀 ? Ja, wollten sie!

Der Veranstalterin, der lieben Michaela (Pilatesstudio-Pinneberg), hatte ich mitgeteilt, dass meine Mama unter Vorbehalt mitmachen würde, da sie nicht einschätzen könne, wie sie mit ihren Schmerzen während der 3 Stunden Workshop zurecht käme. Ich glaube, es war sogar den Tag drauf, als ich eine sehr liebe Mail vom Dozenten, dem Thomas, bekam. Der Inhalt las sich gekürzt in etwa so: Wir machen da was draus!

Er hat sein Wort gehalten. Es war ein unglaublich guter Workshop. So gut, dass wir uns alle für den Kurs „Therapeutisches Yoga“ beginnend Januar 2016 angemeldet hatten. Jetzt am kommenden Freitag haben wir glaube ich schon „Bergfest“ und ich bin so unendlich dankbar. Ich kann nun in etwa nachempfinden, wie sich meine Patienten fühlen, wenn sie Danke! sagen.

Jede Stunde wird trotz der Gruppe eigentlich individuell für jeden angeleitet. Es wird zugehört, wahrgenommen, angepasst, „falscher Ehrgeiz“ nett unterbrochen, an anderen Stellen ermutigt, weiter zu gehen und der Fokus wird auf das gelegt, was eben möglich ist. Nicht gegen seinen Körper mit seinen Problemen kämpfen, denn dann kann man nur verlieren…. Dem Körper Zeit geben, ihm zuhören lernen, wieder Eins mit ihm werden, Selbstheilungskräfte aktivieren… Yoga. Das ganze vermittelt Thomas sehr unaufgeregt, authentisch, ruhig, bodenständig und kompetent. Mit jeder Stunde tauche ich tiefer in die Yoga-Welt ein mit all ihren Facetten. Altes Wissen verbindet sich mit neuem und vernetzwerkt sich. Und nur ganz kurz angemerkt, mir im Allgemeinen sehr viel besser.

Als Thomas uns beim Workshop fragte, was wir uns überhaupt vorstellen sagte ich glaube ich, dass ich eine andere Facette vom Yoga kennenlernen möchte als die, die ich bisher kennenlernen durfte. und ich wollte „mehr“. Bekomme ich 🙂 und ich lasse mich einfach mal weiter tragen.

Yoga Now

Gutes muss geteilt werden! Yoga Now e. V.

Thomas ist einer der Dozenten der Yogalehrerausbildung bei Yoga Now e.V.. Ich kenne den Rest des Dozententeams nicht, bin mir aber sicher, dass das Team sehr sorgsam zusammengestellt wurde. Zudem gibt es einen Blog, geschrieben von der Carmen, wo sie von ihrer Ausbildung berichtet und es liest sich wirklich toll. Danke für die Einblicke auch noch mal an dieser Stelle! Die Fotos in diesem Artikel zeigen Momentaufnahmen der Ausbildung.

Einen guten Yogalehrer zu finden ist mindestens so schwierig wie einen guten Hundetrainer 😀 . Ebenso wie „Hundetrainingsmethoden“ und Hundetrainerausbildungen schießen auch neue Yoga-Stile und Yogalehrerausbildungen wie Pilze aus dem Boden.

Ich selber bin da kaum durchgestiegen, obwohl ich ungefähr wusste, was ich wollte oder zumindest wusste, was ich nicht mehr wollte. Was ich euch aber sagen kann ist, dass Yoga Now e.V. mit Sicherheit Yogalehrer in die Welt entlässt, die eine weitgefächerte, fundierte und kompetente Ausbildung genossen haben. Wer mit und am Menschen arbeitet, trägt viel Verantwortung. Da muss die Basis stimmen. Und für die, die eine solide Yogalehrerausbildung suchen… Der Weg nach Hamburg lohnt sich mit Sicherheit!

Von nix kommt halt nix – es bewahrheitet sich immer wieder, egal in welchem Bereich. Es gibt auch immer noch keine Tablette, die das tägliche Zähneputzen ersetzt. Kann ich bestimmte Dinge um mich herum nicht verändern, muss ich gucken, wo ich ansetzen kann. Bei sich selber anfangen ist da keine so schlechte Idee… 🙂 . Zaubern kann niemand, aber nutzen, was möglich ist. Von einer Yoga-Stunde in der Woche wird auch nicht alles besser. Das ist schon mal was, aber besser wäre, wenn Zuhause halt noch weiter geübt werden würde. Ich darf mir nur ca. 3 trainingsfreie Tage erlauben, dann zieht es sich wieder zu. Zeit muss man sich manchmal nehmen, sonst passt es nie im Tagesablauf. Meine Mama bekommt sich auch wieder fit, da bin ich mir sicher, denn auch sie ist bereits auf einem guten Weg.

Achtung „Insider“: Jeder sollte in seinem Leben einen Ismet, eine Ute, eine Diana, einen Gerd und einen Thomas haben *g* !

So, nun hab ich auch fertig. Bald gibt es auch wieder Neues von den Hundekindern zu lesen 😀 .

Namasté

 (Fotos mit freundlicher Genehmigung von Yoga Now e.V.)

 

 

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3 Kommentare zu “In eigener Sache – über Yoga(-lehrer), Schmerzen, Suchen&Finden und Dankbarkeit

  1. Sehr interessant . Ich wusste gar nicht das es im Yoga verschiedebe Richtungen gibt . Mein Mann hat in der letzten Zeit häufig Rückenprobleme ..ich suchte einfach bei Youtube nach Übungen für den Rücken …wir machten das …und es half …es ist nicht weg ..aber wesentlich besser . Vorgestern klagte meine Tochter über Rücken ..ich zeigte ihr das Video ..und sagte mach mal …und auch sie verspürte gleich Linderung . ICH fange an mich fpr Yoga zu interessieren …erklär mir doch bitte nal den Unterschied zwischen den verschiedenen Arten des Yogas und wie heissen sie ?
    L.g.Anja

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