Tali (Baganda Umtali)

„Wer sagt, dass zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist, sagt nichts über den Hund aus, sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten.“ (Dr. Ute Blaschke-Berthold).

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Tali (Baganda Umtali), ist ein im März 2007 geborener Rhodesian Ridgeback Rüde und lebt bei meinen Eltern. Er brachte mich dazu, den Blog „Tali’s Welt“ im Frühjahr 2008 zu starten. Er ist der dritte Ridgeträger, mit dem wir unser Leben teilen dürfen.

Tali ist ein liebenswerter Kasperkopf, braucht sehr viel Körperkontakt und ist sozial sehr verträglich. Im Freilauf geht er Konflikten gerne aus dem Weg.

Im Gegensatz zu Zara kooperierte er draußen wenig mit seinen Menschen. Tali ging sehr gerne seine eigenen Wege.  Seine Umwelt war voll von Belohnungen und Überraschungen für ihn. Für das, was ihn auf Spaziergängen glücklich machte, brauchte er uns nicht. Er ließ sich jedoch auch sehr von seiner Umwelt mit all ihren Eindrücken stressen, fand wenig Ruhe, leidete an blutenden Ohrrändern und Verdauungsproblemen.   Er war schwer ansprechbar, motivierbar und somit auch weniger bis schwer trainierbar.

Tali war auch der Hund in unserem Leben, welcher uns zeigte, dass wir dringend einen anderen Weg in der Erziehung finden mussten. Die beiden Ridgebackdamen zuvor und auch Zara haben unsere teilweise deutlichen körperlichen Einwirkungen und Einwirkungen über die Leine „hingenommen“. Das machte unser Training nicht besser, aber es bestätigte uns in unseren damaligen Erziehungmaßnahmen. Die drei Damen waren/sind einfach sehr nett zu uns gewesen.

Tali zeigte uns deutlich, dass er diese Art der Behandlung nicht nett fand. Er fühlte sich sehr schnell von uns bedroht und wehrte sich. Der erste Hund, welcher uns ankurrte und abschnappte, wenn wir sein Verhalten unsanft zu unterbrechen und zu korrigieren versuchten. Bei einem 50kg Rüden macht man sich da Gedanken.

Mit gut 14 Monaten pubertierte Tali stark und entdeckte seine große Freude beim Hetzen von Wild. Das einzige, was uns auch von Trainerseite geraten wurde, war, noch besser an den aversiven Traininngstechnike zu feilen, noch besser im Strafen zu werden. Belohnungen, auch Futter, hat er draußen auch mit Hungern ja nicht angenommen aufgrund seiner „Eigenwilligkeit, Sturheit und Dominanz“. So schaut es aus, wenn Trainern die Ideen ausgehen…

Er wurde ein 50kg Hund, der aus Frust gröhlend in der Leine hing, wenn er mal einem Hund nicht direkt „Hallo“ sagen durfte, und der binnen von Bruchteilen von Sekunden auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen konnte, wenn er Hasen oder Rehe sah und in die (Schlepp-)Leine bretterte. Die Einschränkung im Kontakt zu anderen Hund resultierte zum großen Teil aus der Einschränkung durch die Leine aufgrund des Jagdverhaltens.

Heute haben wir einen Weg gefunden, seine Hundewelt mit unsere Menschenwelt zu verbinden. Wir mussten uns viele Gedanken über seine Bedürfnisse machen und waren erstaunt, wie schnell er plötzlich lernen konnte, wie enorm sich seine Ansprechbarkeit draussen steigerte einfach „nur“ dadurch, dass wir unsere Belohnungen für ihn seinen Bedürfnissen anpassten!

Seit 2008 trainierte ich ab und an mit Tali, halt immer dann, wenn ich die Chance dazu hatte. Er lebt eben nicht bei mir. Sein Verhalten wurde besser. Als mein Papa sich Ende März 2011 auf diese Art des Trainings eingelassen hatte, machte Tali enorme Fortschritte. Sein Einstieg ins Training war das beste Geschenk, welches sich mein Papa zu seinem 60. Geburtstag machen konnte. Und ganz nebenbei haben sich schon in den ersten Monaten des Trainings Tali’s Verdauungsprobleme und die blutenden Ohrränder in Luft aufgelöst…

Im Mai 2013 bestand mein Papa zusammen mit Tali den IBH-Hundeführerschein.

„Das größte Problem in der Hund-Mensch-Beziehung ist Erziehung gegen die Bedürfnisse des Hundes!“ (Dr. Ute Blaschke-Berthold).

Jeder bekommt den Hund, der für seine Entwicklung wichtig ist. Tali ist wirklich ein Talismann!

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