Zara (Dama de la Arena)

„Es gibt kein Problemverhalten. Es gibt nur problematische Situationen!“ (Dr. Ute Blaschke-Berhold)

Zara (Dama de la Arena) ist eine im April 2002 geborene Alano-Hündin. Ich habe sie im Frühjahr 2003 kennengelernt und 2005 von meinem damaligen Freund übernommen. Am 4. Mai 2013 hat sie ihren Weg über die Regenbogenbrücke angetreten.

Von ihr habe ich lernen dürfen wie es sich anfühlt, von der Gesellschaft ausgegrenzt zu werden, wenn man nicht in deren passt und was es heißt, wenn Krankheiten das Leben beeinträchtigen.

Gesundheitlich hat sie in ihrem Leben einiges miterleben dürfen und ich dachte schon mehr als einmal, dass ich Zara gehen lassen muss. Derzeit leidet Zara an ihrer Spondylose und Hüftgelenksarthrose beidseitig. In wie fern ihr diese Erkrankungen aktuell Schmerzen bereiten, kann ich kaum sagen, da Zara erst dann „laut“ gibt und sich anders bewegt, wenn es ganz arg schlimm ist. Zurzeit ist sie für mein Empfinden gut eingestellt!

Zara liebt Interaktionen mit ihren Menschen, ist aufmerksam, lernt schnell, kann gut mit Frust umgehen und ist sensibel. Eigentlich das, was man sich unter einem „leicht-führigen“ Hund vorstellt. Sie ist jedoch auch ein Hund, welcher größere Distanz zu fremden Hunden und Menschen braucht. Sie benötigt Zeit zur Annäherung.

Als Welpe hat Zara keine „klassische“ Hundeschule besucht. Sie war jedoch fast täglich mit ihren vielen Hundefreunden unterwegs. Zara war der Typ Hund, der gerne „von unten“ spielt – sprich, auf dem Rücken liegend. Konflikten ist sie eher aus dem Weg gegangen. Heute weiß ich, dass ich ihr da schon hätte mehr zur Seite stehen müssen.

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Uns war dieses Verhalten aber ganz lieb, da schon zu der Zeit manchmal unschöne Bemerkungen anderer Hundemenschen fielen. An Hunde mit breiterem Schädel und stärkerem Knochenbau werden von der Gesellschaft automatisch höhere Anforderungen an das Verhalten gestellt. Das Bellen und Knurren „normal-wüchsiger“ Hunde wird akzeptiert – sie spielen ja nur; das Bellen und Knurren der Bollerköppe wird als gefährlich eingestuft.

Mit zunehmendem Alter begann sie sich Konflikten entgegenzustellen und sie hatte Erfolg mit ihrer neuen Strategie – Aggression schaffte die gewünschte Distanz! Die Prophezeiungen der anderen Hundemenschen hatten sich in ihren Augen erfüllt und wir wurden gemieden und unschön angeredet. Zara ist ein Kampfhund, sie haben es ja schon immer gewusst!

In der Öffentlichkeit möchte man gerade mit einem Hund wie Zara nicht auffallen. Vorurteile und Ängste der Mitmenschen solchen Hunden gegenüber sitzen tief.

Mir lag viel daran Zara’s Verhalten zu unterbinden. Ich nutze aversive Trainingstechniken, erlernt von verschiedenen Trainern. Zara’s Verhalten verschlechterte sich dadurch. Härter strafen, körperlich noch mehr einwirken, hielt ich, gerade auch bei einem 40kg Hund, gefährlich und konnte es zudem mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Was tun? Warten, sich mehr zurückziehen. Vorerst. Dann kam unsere Wende.

Ich habe lernen dürfen, sie nicht als „Problemhund“ zu sehen, sondern als einen normalen Hund mit speziellen Bedürfnissen!

Zara wird vielleicht nie der „perfekte“ Hund werden, den die Öffentlichkeit von mir als Hundetrainerin erwartet. Aber es ist so schön zu sehen, wie sie wieder aufblüht und lernt, mir wieder vertrauen zu können. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle geht an Gerd Schreiber – Hundeschule Sagesch, welcher mich bei meinem Training mit Zara sehr unterstützt(e)!

Seit März 2012 unterstützt mich Zara als Co-Trainerin, wenn Kunden-Hunde Probleme mit anderen Hunden haben. Sie macht ihre Aufgabe klasse!

Ich bin Zara sehr dankbar, dass ich mit ihr mein Leben teilen und so unglaublich viel von ihr lernen darf!